
Der nach eigenen Angaben größte europäische Motorradhersteller KTM ist in einen Insolvenzantrag geschlittert. Passiva: fast 3 Mrd. EUR.
Der Insolvenzantrag der KTM und zwei Tochterfirmen sei am Landesgericht Ried eingegangen. Die Passiva liegen bei fast 3 Mrd. EUR. Hunderte Mitarbeiter werden wohl noch vor Jahresende abgebaut, berichtet Die Presse.
Betroffen seien in den Unternehmen 3.623 Mitarbeiter, darunter 765 in der Forschung und 478 im Bereich Komponenten.
Als Ursache für die Insolvenz wurde unter anderem auf die gestiegenen Standortkosten und auf die Rezession verwiesen. Konsumflaute und ein Nachfrageeinbruch hätten zu einem extremen Lagerbestand von rund 1 Mrd. EUR geführt.
Der Motorrad-Überbestand liege aktuell bei rund 130.000 Stück, teilte der Kreditschutzverband KSV1870 mit. Grund dafür sei, dass die Produktion in Mattighofen bislang trotz gesunkener Nachfrage nicht gedrosselt wurde. Nun wurde eine Verkleinerung der Produktion – Umstellung von Zwei- auf Ein-Schichtbetrieb – sowie ein Produktionsstopp für Jänner und Februar angekündigt.
So erklärt sich Einiges: KTM muss seit geraumer Zeit schlicht auf Halde produziert haben. So bleibt man natürlich ‚größter europäischer Motorradhersteller‘. Nur stehen die Räder in den eigenen Hallen und nicht beim Kunden.
Das EU-Restrukturierungsverfahren von Muttergesellschaft Pierer Industries hingegen finde am Landesgericht in Wels statt – es werde erwartet, dass die Verfahren von unterschiedlichen Verwaltern begleitet würden.
Das Unternehmen ist auch Anleiheemittent. Es existieren noch ausstehende Anleihen.
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