
Die ersten 100 Tage Koalition: Zwar stehen einige wichtige strukturelle Reformen noch aus. Auf der anderen Seite wurden aber bereits einige wichtige Weichen gestellt. Von Alexander Dominicus*
Viele Bürger blicken derzeit mit einer gewissen Skepsis auf die neue Bundesregierung. Die Kritikpunkte sind vielfältig und werden mitunter kontrovers diskutiert. Dass umfangreiche und dringend notwendige Reformen der Sozialversicherungssysteme weiterhin auf sich warten lassen, wird von vielen Menschen zwischen Kiel und Konstanz ebenfalls mit Sorge betrachtet.
Doch es wäre sicherlich zu kurz gedacht, die ersten 100 Tage der Koalition ausschließlich negativ zu bewerten. Denn abseits der politischen Schlagzeilen wurden einige wegweisende Beschlüsse gefasst, die das Potenzial haben, die deutsche Wirtschaft nachhaltig zu stärken – und damit auch für Anleger attraktive Chancen zu eröffnen. Insbesondere der Mittelstand, das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft, könnte von den beschlossenen Maßnahmen profitieren. Der Reihe nach.
1. Sondervermögen für Rüstung und Infrastruktur
Einer der zentralen Projekte der neuen Regierung ist die Schaffung eines Sondervermögens für Rüstung, Infrastruktur und Klimaneutralität – ein Paket, das eine Reaktion auf die veränderten geopolitischen Realitäten und den erkennbaren Investitionsstau in der Bundesrepublik ist.
Und für Anleger eröffnen die Investitionen durchaus neue Perspektiven, denn insbesondere der Infrastruktursektor – von Bauunternehmen über Materiallieferanten bis hin zu spezialisierten Dienstleistern – steht vor einer Belebung. Die Modernisierung von Schienennetzen, Straßen und digitaler Infrastruktur dürfte die Nachfrage nach entsprechenden Produkten und Dienstleistungen kräftig beflügeln.