
Die Deutsche Bank hat gemeinsam mit Postbank den europaweiten Start der digitalen Zahlungsmittel Wero bekannt gegeben. Von Robert Steininger*
Der neue Dienst soll Überweisungen zwischen Privatpersonen sowie Online Zahlungen vereinfachen und schneller machen. Hinter Wero steht die European Payments Initiative, ein Zusammenschluss großer europäischer Banken mit dem Ziel, einen eigenen Zahlungsweg für den Binnenmarkt zu etablieren. Mit dem Start für Bankkundinnen und Bankkunden in Deutschland gewinnt das Projekt deutlich an Sichtbarkeit.
Wero ist als App direkt mit dem jeweiligen Girokonto verknüpft. Zahlungen werden unmittelbar vom Konto abgebucht oder gutgeschrieben, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer ein separates Guthaben aufladen müssen. Geld kann per Mobilnummer oder Kontaktliste versendet werden. Angaben wie IBAN oder BIC sind dafür nicht erforderlich. Die Abwicklung erfolgt in Echtzeit, auch über Ländergrenzen hinweg. Genau dieser Punkt wird von den beteiligten Banken als einer der größten Vorteile hervorgehoben.
Viele Menschen kennen schnelle Zahlungsabläufe bereits aus anderen digitalen Diensten. Online-Plattformen, von Krypto-Casinos bis hin zu Casinos ohne Limits, die bei Casinobeats zu finden sind, zeigen seit Jahren, wie unterschiedliche Zahlungsarten sofortige Einzahlungen ohne Wartezeiten ermöglichen. Dadurch können Nutzerinnen und Nutzer Gelder unmittelbar auf ihre Konten einzahlen und wieder abheben .
Ähnliche Erwartungen entstehen nun auch bei bankgestützten Lösungen. Eine breite Nutzung im E-Commerce ist noch nicht erreicht. Im Unterhaltungsbereich setzt CTS EVENTIM als erstes Ticketunternehmen auf Wero. In Bereichen wie Lebensmitteleinkauf, Verkehr oder Versorgungsleistungen ist die Nutzung bislang gering. Der Schwerpunkt liegt klar auf digitalen P2P-Anwendungen und ersten Tests im Onlineumfeld.
Die European Payments Initiative wurde ins Leben gerufen, um einen gemeinsamen europäischen Zahlungsstandard zu schaffen. Seit dem Sommer 2024 wird Wero von 16 Banken getragen. Der Dienst soll langfristig eine Alternative zu internationalen Anbietern darstellen, ohne dabei auf bestehende Bankstrukturen zu verzichten. Für viele Institute bedeutet das eine stärkere Kontrolle über Zahlungsprozesse innerhalb Europas.
Nach Angaben von Deutsche Bank steht bei der Einführung vor allem die Alltagstauglichkeit im Vordergrund. Nutzerinnen und Nutzer sollen Geld senden können, so einfach wie das Verschicken einer Nachricht. Gleichzeitig bleibt das Konto bei der Hausbank der zentrale Anlaufpunkt. Für Postbank Kundschaft war die Funktion für private Überweisungen bereits früher verfügbar. Mit der aktuellen Erweiterung kommen nun auch Onlinezahlungen hinzu.
Ein weiterer Punkt ist die geplante Ausweitung der Einsatzmöglichkeiten. In den kommenden Schritten sollen Zahlungen im stationären Handel folgen. Auch wiederkehrende Zahlungen, Abonnements und Ratenkäufe sind vorgesehen. Darüber hinaus sind Funktionen für geteilte Ausgaben und Bonusprogramme geplant. Konkrete Zeitpläne dafür wurden bislang nicht genannt.
Aus Sicht von Handel und Dienstleistern eröffnet Wero neue Optionen. Händler, die bereits mit teilnehmenden Zahlungsdienstleistern arbeiten, können den Dienst in ihre bestehenden Kassensysteme oder Onlineshops einbinden. Für kleinere Anbieter bleibt abzuwarten, wie schnell sich die Lösung verbreitet und ob Kundinnen und Kunden aktiv danach fragen.
EPI sieht den Start bei großen Banken als wichtigen Schritt, um Vertrauen aufzubauen. Je mehr Institute teilnehmen, desto attraktiver wird der Dienst für den Alltag. Gleichzeitig hängt der Erfolg davon ab, wie reibungslos die Nutzung funktioniert und ob Zahlungen tatsächlich schneller und verlässlicher ablaufen als bei bekannten Alternativen.
Mit dem Start von Wero rückt das Thema europäische Zahlungswege erneut in den Fokus. Während viele digitale Angebote bislang von außereuropäischen Unternehmen geprägt sind, setzen Banken nun auf eine eigene Lösung. Ob sich Wero langfristig im Alltag durchsetzt, wird sich zeigen. Klar ist jedoch, dass der Markt für digitale Zahlungen in Bewegung bleibt und Nutzerinnen und Nutzer zunehmend Wert auf einfache, sofortige Abläufe legen.
*) Robert Steininger ist Fachautor für u.a. Anlagestrategien und publiziert regelmäßig zu Fachthemen wie Online- und Investment-Strategien, Glücksspielthemen, Krypto und Verhaltensanalyse.
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