Circus verschiebt Vollgaswachstum, Profitabilität vermehrt im Fokus

Weniger Systemauslieferungen führen bei Circus zu einer deutlich niedrigeren Umsatz- und Ergebnisprognose. Das Unternehmen will dafür die operative Skalierbarkeit seiner KI-Plattform verbessern.

Die Circus SE hat ihre Finanzprognose für das Geschäftsjahr 2026 deutlich nach unten angepasst. Hintergrund ist eine strategische Entscheidung, das Tempo bei der Einführung neuer KI-Robotik-Systeme zu reduzieren und stattdessen die operative Effizienz sowie die Wirtschaftlichkeit des Geschäftsmodells zu verbessern. Geplante Systemauslieferungen werden überwiegend in das Jahr 2027 verortet.

Die Umsatzprognose sinkt damit von bislang 44 bis 55 Mio. EUR auf nunmehr 5,2 Mio. EUR. Im Vorjahr hatte Circus einen Umsatz von 1,6 Mio. EUR erzielt. Das Unternehmen begründet die Anpassung damit, dass das ursprünglich für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehene Wachstum zeitlich nach hinten verschoben werde.

Auch beim Ergebnis rechnet Circus nun mit einer schwächeren Entwicklung. Das EBITDA soll 2026 bei rund -17 Mio. EUR liegen, nachdem bislang ein Minus zwischen 6 und 8 Mio. EUR erwartet worden war. Im Vorjahr belief sich das EBITDA fast auf ähnlicher Höhe auf -18,8 Mio. EUR. Ausschlaggebend seien die verschobenen Umsatz- und Margenbeiträge sowie unverändert hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Circus verschiebt die Prioritäten etwas

Nach Unternehmensangaben habe sich gezeigt, dass der Aufwand für Onboarding, Integration und Wartung der KI-Systeme bislang noch nicht im gewünschten Verhältnis zur geplanten Wirtschaftlichkeit stehe. Daher soll 2026 gezielt in die Optimierung des gesamten operativen Ökosystems investiert werden. Dazu zählen neben den Robotik-Systemen auch die Lieferkette, proprietäre Zutatenkonzepte sowie Service- und Wartungsprozesse.

Operativ will sich Circus im laufenden Jahr auf ausgewählte Projekte mit hohem Wachstumspotenzial konzentrieren. Im Fokus stehen Anwendungen in der Gemeinschaftsverpflegung sowie im Verteidigungsbereich, einschließlich des geplanten Markteintritts in der Ukraine.

An seiner mittelfristigen Strategie halte das Unternehmen fest. Ziel bleibe der Aufbau eines vollständig integrierten KI-gestützten Ökosystems mit profitablen Unit Economics auf Systemebene. Die Finanzierung der geplanten Investitionen sowie des zeitlich gestreckten Rollouts sei nach Unternehmensangaben gesichert.

Weitere Einzelheiten zur operativen Entwicklung will der Vorstand im Rahmen des Q2 Operational Update bekannt geben.

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