
Cham Swiss Properties steigert den Mietertrag, treibt Milliardenprojekte voran und erhöht zugleich den LTV. Für Bondholder bleibt die Finanzierung im Fokus.
Cham Swiss Properties entwickelt sich im ersten Halbjahr 2026 operativ weiter, baut gleichzeitig aber auch die Finanzierung aus. Der Mietertrag stieg um 5% auf CHF 13,7 Mio. Das Immobilienportfolio erreichte per Ende Juni einen Wert von CHF 1,76 Mrd. und lag damit leicht über dem Jahresendwert 2025.
Beim Ergebnis fällt der Vergleich mit dem Vorjahr dagegen deutlich schwächer aus. Das betriebliche Ergebnis vor Neubewertung sank um 86% auf CHF 5,5 Mio. Der Konzerngewinn fiel sogar um 94% auf CHF 8,4 Mio. Allerdings verzerren die Vergleichszahlen den Blick: Im ersten Halbjahr 2025 hatte Cham Swiss Properties noch CHF 37,3 Mio. aus dem Verkauf von Promotionsliegenschaften sowie CHF 125,4 Mio. aus Neubewertungen verbucht.
Mehr Projekte, mehr Finanzierungsbedarf
Für den Kapitalmarkt ist daher weniger der Gewinnrückgang als die Entwicklung der Bilanz entscheidend. Cham Swiss Properties investiert derzeit CHF 172 Mio. in sechs Renditeobjekte in Zürich, Genf und Cham. Gleichzeitig übernimmt die Gesellschaft bei der Quartierentwicklung Bredella nun sämtliche Anteile und treibt weitere Projekte voran.
Das kostet Kapital: Die Finanzverbindlichkeiten stiegen um 16% auf CHF 627,0 Mio. Gleichzeitig sank die Eigenkapitalquote von 59% auf 56%. Der LTV erhöhte sich von 31% auf 36%. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Kapitalstruktur aus heutiger Sicht vergleichsweise komfortabel: Das Eigenkapital belief sich auf CHF 1,04 Mrd.
Für Bondholder ist besonders relevant, dass Cham Swiss Properties seine Finanzierung langfristig über ein gestaffeltes Anleihenportfolio bis 2032 aufstellen will. Im März platzierte das Unternehmen bereits die zweite festverzinsliche Anleihe. Gleichzeitig soll das Portfolio weiter wachsen und nach Abschluss der aktuellen Projekte rund CHF 3 Mrd. erreichen.
Damit bleibt die Bilanzstory interessant: Mehr Mietertrag trifft auf mehr Fremdkapital. Für Anleiheinvestoren wird entscheidend sein, ob die laufenden Entwicklungsprojekte wie geplant fertiggestellt und vermietet werden und damit die Ertragsbasis weiter verbreitern. Der aktuelle LTV von 36% bietet dabei noch einen gewissen Puffer, steht aber bereits über dem Niveau zum Jahresende 2025.
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