Anleihen heute im Fokus: KTG, RENA, Hallhuber, Alno, Eyemaxx, Dürr

Am Dienstag nahm der Nachrichtenfluss aus dem Bereich der Mittelstandsemittenten deutlich zu: Im Fokus standen neben den berichteten Geschäftszahlen von PORR, Uniwheels und Berentzen das Folgerating der Modefirma Hallhuber, der Abschluss der AFG-Küchen-Übernahme durch Alno oder die erfolgreiche Kapitalerhöhung bei Eyemaxx. Für Aufsehen sorgte der Kursverfall bei Aktien und Anleihen der KTG Agrar SE und der KTG Energie AG. Auch die RENA-Bonds standen auf der Verkaufsliste wieder einmal ganz weit oben – ist hier in Kürze mit einer Entscheidung zu rechnen?

Unter Abgabedruck gerieten am Dienstag die Schuldverschreibungen von KTG Agrar und der verbundenen Konzerntochter KTG Energie. Offizielle News von Seiten des Landwirtschaftskonzerns oder des Biogasspezialisten gab es nicht. Der gestrige massive Kursverfall – allein der erst im Februar auf jetzt 200 Mio. EUR aufgestockte 7,125%-KTG-II-Bond (2011/17) büßte intraday knapp 14% oder 13 Punkte auf nur noch 81% ein, KTG Energie (-9% ggü. Vortag), KTG I (-5%) – spricht Bände. Ein Bezug zur noch immer schwelenden Ukraine-Krise scheint zumindest auf den ersten Blick unwahrscheinlich: So ist KTG in der Krisengegend nur im geringeren Stil exponiert. Außerdem standen die Bonds von Ekosem und Ekotechnika trotz Russland-Bezug zuletzt kaum unter Druck.

Auch ohne offizielle News reihten sich die Bonds der RENA GmbH im gestrigen Handelsverlauf unter den Tagesverlierern erneut ganz oben mit ein. Bei 28% (2010/15) und 24% (2013/18) hatten die Anleihen des angeschlagenen Maschinenbauers in nur einer Woche einen Kursrückgang von 18 und 11 Punkten zu verbuchen. Der Markt scheint nun also wieder deutlich mehr Zweifel daran zu haben, dass die finanzielle Sanierung von RENA noch gelingt. Offiziell befindet sich das Unternehmen noch immer in Gesprächen mit wichtigen Finanzpartnern, deren Ausgang essenziell für eine Fortführung außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens sein dürfte – doch allmählich wird die Luft dünner!

Neuigkeiten gab es am Dienstag von der Hallhuber GmbH: Creditreform bestätigte das „BB“-Rating mit dem Zusatz „watch“. Unterdessen erklärte Geschäftsführer Norbert Steinke: „Unsere Ergebnisse für das Jahr 2013, die wir Anfang Mai präsentieren werden, liegen im Rahmen unserer Erwartungen. Die neuen Filialen entwickeln sich insgesamt positiv, was sich auch in den Zahlen für die ersten Monate des laufenden Jahres niederschlagen wird.“ Mit einer zweistelligen Wachstumsrate sollen die 2013er-Geschäftsergebnisse im Rahmen der Erwartungen liegen, ein positiv verlaufenes erstes Quartal stimme zudem für 2014 zuversichtlich. Der 7,25%-Mode-Bond (2013/18) im Wert von 30 Mio. EUR geht aktuell nur 85% über die Ladentheke.

Die Alno AG, einer der führenden deutschen Küchenhersteller, informierte gestern über den erfolgreichen Abschluss der Übernahme der AFG Küchen AG. Nachdem Alno im Januar 100% der AFG-Anteile von der AFG Arbonia-Forster-Holding übernommen hatte, seien die letzten Unterschriften geleistet und das Closing abgeschlossen worden. Damit gehört AFG Küchen rückwirkend zum 1. Januar 2014 zur Alno Gruppe. Letzter Baustein des Übernahmeprozesses war die Begebung einer 14 Mio. EUR großen Pflichtwandelschuldverschreibung bei qualifizierten internationalen Investoren in der vergangenen Woche. „Mit dieser Übernahme ist der Weg für die neue, deutlich größere Alno geebnet, um in den kommenden Jahren wieder auf die Erfolgsspur zurück zu kehren. Wir haben nach unserer Restrukturierung in den beiden vergangenen Jahren nun wieder die Kraft, unsere Zukunft und unser Wachstum aktiv zu gestalten“, kommentiert Alno-CEO Max Müller.

Die Eyemaxx Real Estate AG hat eine Kapitalerhöhung um insgesamt 290.060 Inhaberaktien via Privatplatzierung in Deutschland, Österreich und Großbritannien durchgeführt. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgte zu 5,55 EUR je Stück und spülte dem Immobilienentwickler einen Bruttoerlös von 1.609.833 EUR in die Kasse. Das Konzerneigenkapital klettert damit auf etwa 21,7 Mio. EUR, der Streubesitz erhöht sich von 20,5% auf 27,7%. Die neuen Eigenmittel sollen vor allem für den Ausbau der neuen Geschäftsbereiche Pflege- und Wohnimmobilien in Deutschland und Österreich genutzt werden. youmex Invest betreute die Transaktion als Sole Lead Manager und Sole Bookrunner.

Spekulationen um die Dürr AG: Der Anlagenbauer für die Automobilindustrie erwägt verschiedenen Medienberichten zufolge die Emission einer neuen Unternehmensanleihe. Auch die Ablösung der offiziell noch bis Ende September 2015 laufenden 7,25%-Schuldverschreibung über 225 Mio. EUR aus dem Jahr 2010 stehe demnach zur Debatte. Ein offizielles Statement von Dürr zu etwaigen Anleiheemissionsplänen gibt es bislang (noch) nicht. Unterdessen wurde unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, dass die Deutsche Bank und HSBC mit der Organisation von Fixed Income Investor-Meetings beauftragt worden seien. Die Roadshow hätte demnach am Montag in München begonnen. Weitere Termine in Frankfurt, London und Paris seien vorgesehen.

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