Gegenwind für Photon Energy: Zinszahlung ausgesetzt und australische C&I-Aktivitäten eingestampft

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Die Photon Energy N.V. friert Zahlung von Anleihezinsen ein: Danach setzt der Spezialist für Solarkraftwerke die quartalsweise fällige Kuponzahlung seines ausstehenden 6,5%-Green-Bonds 2021/27 bis auf Weiteres aus. Eine Adhoc-Meldung in Deutschland hielt Photon offenbar nicht für nötig.

Die vierteljährliche Zinszahlung über bis zu 1,3 Mio. EUR – faktisch inzwischen 1.282.450 EUR – aus der bis zu 80 Mio. EUR schweren grünen Unternehmensanleihe 2021/27 (DE000 A3KWKY 4) wäre regulär am gestrigen 23. Februar fällig geworden.

Zu den Hintergründen erklärte Photon Energy in einer Ad-hoc-Mitteilung an den Börsen in Warschau und Prag, dass beschlossen wurde, die Kuponzahlung zu verschieben, um angesichts der jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Streit mit dem polnischen Übertragungsnetzbetreiber Polskie Sieci Elektroenergetyczne (PSE) Liquidität zu sichern (siehe ESPI-Bericht 5/2026).

Darin habe PSE das Unternehmen darüber informiert, eine einseitige Verrechnung der am 2. März 2026 fälligen Einnahmen mit dem strittigen Betrag im Zusammenhang mit der angeblichen Überschreitung der Emissionsgrenzwerte für Kapazitätsmarkteinheiten im Jahr 2024 vorzunehmen.

Der Vorstand von Photon Energy bedauere die aktuelle Situation und arbeite aktiv daran, die Angelegenheit rechtlich zu klären und so ausreichend Liquidität zu sichern, um den Zinszahlungsverpflichtungen gegenüber den Bondholdern ’so schnell wie möglich nachkommen zu können‘.

Photon 2021/27

Photon 2021/27 – Abgesang über längeren Zeitraum

Erst in der Vorwoche gab Photon Energy außerdem die Entscheidung bekannt, ihre Aktivitäten in Australien umzustrukturieren. In diesem Zusammenhang sollen Aktivitäten im Bereich Planung, Engineering und Bau von Solarkraftwerken (EPC) sowie Dienstleistungen zu deren langfristiger Wartung und Überwachung (O&M) für gewerbliche und industrielle Energieprojekte vor Ort künftig eingestellt werden.

Die Entscheidung sei aufgrund des anhaltenden Margendrucks auf dem dortigen PV-Markt und der anhaltenden Herausforderungen bei der Skalierung des Geschäftsvolumens getroffen worden. 2025 fuhr die Gruppe mit ihren C&I-Aktivitäten in Australien bei einem Umsatz von rund 6 Mio. EUR ein negatives EBITDA von 1,5 Mio. EUR ein.

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