Nach Binance-Hack: eigene Krypto-Verwahrung kritisch hinterfragen

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Kryptowährungen zu kaufen ist heute einfacher denn je: über eine Krypto-Börse, eine Banking-App oder einen spezialisierten Finanzdienstleister. Doch der einfache Zugang zum Markt sagt wenig über die Qualität der anschließenden Verwahrung aus. Roman Przibylla, CEO der Bitcoin Suisse (Europe) AG, erläutert, worauf Anleger bei der Verwahrung achten sollten, warum Handel und Verwahrung getrennt sein können und welche Rolle persönliche Ansprechpartner im Ernstfall spielen:

Gerade bei größeren Vermögen sollten Anleger genauer hinschauen: Werden meine Krypto-Werte getrennt vom Vermögen des Anbieters verwahrt? Wie kann ich die Verwahrung meiner Bestände unabhängig überprüfen? Welche Sicherheitsmechanismen schützen meine Vermögenswerte? Und wer hat tatsächlich Zugriff darauf?

Das sind keine technischen Nebensächlichkeiten, sondern fundamentale Fragen der Vermögenssicherheit. Die Sicherheitsvorfälle der vergangenen Wochen zeigen, wie wichtig es ist, sich damit auseinanderzusetzen.

Handel und Verwahrung müssen nicht am selben Ort stattfinden. Was vielen Anlegern nicht bewusst ist: Eine Krypto-Börse und ein spezialisierter Kryptofinanzdienstleister verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle. Spezialisierte Kryptofinanzdienstleister können verschiedene Handelsplätze nutzen, um auf deren Liquidität zuzugreifen und Kundenaufträge möglichst gut auszuführen. Die langfristige Verwahrung der Kundenvermögenswerte kann dabei getrennt von diesen Börsen erfolgen. Kunden müssen ihre Vermögenswerte also nicht dauerhaft auf einer Handelsplattform halten.

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Ein weiterer Aspekt wird häufig unterschätzt: der persönliche Ansprechpartner. Selbst wenn ein Anbieter Verluste ersetzt, können Kunden ihre Krypto-Werte während einer Auszahlungssperre zeitweise nicht übertragen. Wer größere Vermögen in Kryptowährungen hält, sollte Experten erreichen können, die seine Vermögenssituation kennen, die Anlageklasse verstehen und ihn durch unterschiedliche Marktzyklen begleiten. Sie sollten bei Fragen zur Verwahrung, zum Handel oder zur Marktentwicklung erreichbar sein und bei Bedarf Spezialisten hinzuziehen können.

Die wichtigste Konsequenz aus den Ereignissen der vergangenen Wochen ist deshalb, die eigene Krypto-Verwahrung kritisch zu hinterfragen.

Anleger sollten nicht nur wissen, welche Kryptowährungen sie besitzen und zu welchem Preis sie diese handeln können. Sie sollten vor allem verstehen, wo und wie ihre Vermögenswerte verwahrt werden und wer ihnen zur Seite steht, wenn es darauf ankommt.

Roman Przibylla, Bitcoin Suisse

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