
Das Jahr 2025 hat für Krypto-Anleger eine Reihe bemerkenswerter Überraschungen bereitgehalten. Wie eine neue Infografik von Coincierge zeigt, hat sich auch die Struktur der Marktteilnehmer spürbar verschoben.
Wie aus der Infografik hervorgeht, ziehen sich vor allem langjährige Großinvestoren zunehmend aus dem Markt zurück. Die Glassnode-Daten machen deutlich, dass sogenannte OG-Whales – also Anleger, die ihre Bestände seit vielen Jahren halten und teils noch aus der Pre-2018-Ära stammen – in ungewöhnlich hohem Umfang verkaufen. Die Summen, die dabei bewegt werden, gehören zu den größten der vergangenen Dekade und deuten auf eine erhebliche Gewinnmitnahme erfahrener Marktteilnehmer hin. Damit rückt ein struktureller Wandel in den Vordergrund: Die Ära der frühesten Bitcoin-Halter scheint in Teilen zu Ende zu gehen.
Mehr als 1,9 Mio. BTC wurden in diesem Jahr von Haltern verkauft, die ihre Coins mindestens zwei Jahre lang nicht bewegt haben. Besonders brisant: viele dieser Bitcoins galten bereits als „verloren“.
Ob dieser Rückzug der Altinvestoren positiv oder negativ zu bewerten ist, wird derzeit kontrovers diskutiert. Einige Beobachter sehen darin kein Warnsignal, sondern einen natürlichen Eigentümerwechsel: Die frühen Halter verkaufen nicht aus Angst, sondern weil sie ihre Zielrenditen längst erreicht haben. Gleichwohl gibt es auch deutlich kritischere Einschätzungen.
Wie die Infografik aufzeigt, haben mittel- bis langfristige Anleger insbesondere die hohen Kurse im Herbst genutzt, um BTCs abzustoßen. Als Bitcoin bei 124.748 USD notierte, befanden sich noch 15,3 Mio. Coins auf Wallets sogenannter Long-Time-Holder. Inzwischen, da die Kryptowährung mit der größten Marktkapitalisierung bei rund 87.033 USD notiert, ruhen auf den genannten Wallets nur noch etwa 14,1 Mio. BTCs.
Gleichzeitig war in den vergangenen Monaten oft von starken institutionellen Zuflüssen die Rede, insbesondere über die neuen Bitcoin-ETFs. Doch die aktuellen Daten zeichnen ein anderes Bild: Rund 75% der ETF-Zuflüsse stammen von Privatanlegern, während institutionelle Investoren lediglich etwa ein Viertel ausmachen.
Bei den deutlichen Abflüssen aus Bitcoin stellt sich die Frage, ob dieses Kapital tatsächlich den Markt verlassen hat oder lediglich umgeschichtet wurde. Wie die Infografik zeigt, spricht vieles dafür, dass ein Teil der Mittel in Altcoins geflossen ist – allen voran in Ethereum.
So haben Ethereum-Whales mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH ihre Positionen zwischen April und November dieses Jahres um rund 52% ausgebaut. Gleichzeitig haben Retail-Anleger ihre ETH-Bestände im selben Zeitraum um etwa 16% reduziert – ein bemerkenswerter Kontrast, der auf eine klare Verschiebung der Marktgewichte hindeutet.
Ein Blick auf die Exchange-Reserven von Bitcoin und Ethereum zeigt derweil klar bullishe Signale. Die verfügbaren BTC-Bestände auf Handelsplattformen sind seit Jahresbeginn 2025 um rund 38% zurückgegangen, bei Ethereum beträgt der Rückgang etwa 20% – beide Werte bewegen sich auf historisch niedrigen Niveaus. In der Regel deutet eine solche Entwicklung darauf hin, dass Anleger ihre Coins verstärkt in eigene Wallets abziehen und damit langfristige Halteabsichten signalisieren. Sinkende Reserven reduzieren zudem den kurzfristig verfügbaren Angebotsdruck, was die Marktbedingungen tendenziell stützt.
Die Google-Daten zeigen hingegen, dass das breite Interesse weiterhin klar auf Bitcoin konzentriert ist. Der weltweite Google-Trend-Score der vergangenen zwölf Monate liegt für den Begriff „Bitcoin“ aktuell bei 68 und damit auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Für „Ethereum“ beträgt der Wert lediglich 16. Beide Begriffe wurden dabei separat ausgewertet, was den deutlichen Abstand beim relativen Suchvolumen unterstreicht.
Die Polymarket-Wetten zeigen zudem, dass viele Anleger Ethereum in diesem Jahr schlicht unterschätzt haben. Noch im Frühjahr gingen rund 57% der Teilnehmer davon aus, dass es 2025 zu einem sogenannten ETH-Flippening kommen könnte – also dass Ethereum nicht auf Platz eins oder zwei der größten Kryptowährungen landet. Inzwischen liegt dieser Wert bei nur noch etwa 2%, was den starken Meinungsumschwung klar erkennen lässt.
Insgesamt deutet vieles auf einen strukturellen Wandel im Markt hin. Während frühe Bitcoin-Investoren Gewinne realisieren, könnte ein Teil des Kapitals in andere große Projekte wie Ethereum gewandert sein. Zugleich sprechen die historisch niedrigen Exchange-Reserven eher für langfristige Halteabsichten vieler Anleger. Das Jahr 2025 zeigt damit weniger eine Schwäche der Anlageklasse, sondern vielmehr eine Neuordnung.
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