Weltwirtschaft: alles scheint vom KI-Boom abzuhängen

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Das Jahr 2025 stellte die Weltwirtschaft auf eine harte Probe. Politische Spannungen, neue Allianzen und ein Umfeld zunehmender Unsicherheit prägten die globale Lage. Unter dem Strich zeigt die Wirtschaft zwar Stabilität, doch im Alltag war das kaum spürbar. Es wirkt, als liefe die Konjunktur nur auf einem Zylinder: Alles scheint vom KI-Boom abzuhängen. Der aktuelle Marktkommentar von Christof Reichmuth, unbeschränkt haftender Gesellschafter von Reichmuth & Co Privatbankiers:

Anleger müssen sich auf eine neue Realität einstellen, die durch technologische Innovationen geprägt ist, allen voran die Künstliche Intelligenz, die sich zunehmend als zentrale Wachstums- und Investitionskraft etabliert hat.

Der KI-Boom: Ein Déjà-vu?
Der KI-Sektor hat im Jahr 2025 enorme Kapitalströme mobilisiert. Vor allem in den USA treiben massive Investitionen den Markt regelrecht auf Hochtouren. Doch genau hier drängt sich die Frage auf: Handelt es sich um einen strukturellen Wandel mit langfristigem Ertragspotenzial oder um eine Übertreibung, wie sie die Märkte immer wieder erlebt haben?

Ein Blick in die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht. Die Dotcom-Ära oder der chinesische Immobilienboom zeigen, wie schnell große Visionen in überzogene Bewertungen umschlagen können. Wenn Erwartungen der Realität vorauslaufen, folgt häufig eine schmerzhafte Korrektur. Auch aktuell verdichten sich Hinweise, etwa durch die wechselseitigen Transaktionen zwischen OpenAI und AMD, dass der Markt für KI- und Technologieaktien Anzeichen einer Blasenbildung zeigt. Ob man diese Entwicklung aktiv ausnutzt oder eher vorsichtig abwartet, bleibt eine persönliche Entscheidung. Die Chancen sind unbestritten, die Risiken jedoch genauso real.

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Heikler Mix: Hohe Bewertung und hohe Konzentration
Anleger sollten die starke Konzentration in den US-Indizes besonders im Auge behalten. Technologieaktien dominieren diese Märkte, gleichzeitig weisen sie häufig hohe Bewertungen auf. Bleiben die tatsächlichen Gewinne hinter den hohen Erwartungen zurück oder steigen die langfristigen Zinsen weiter, könnte der Aktienmarkt ein böses Erwachen erleben.

Ein Blick in die Geschichte verdeutlicht das Risiko: Nach dem Platzen der Dotcom-Blase verlor der Nasdaq in den darauffolgenden zwei Jahren mehr als 75% seines Wertes, der S&P 500 büßte mehr als 35% ein. Der gleichgewichtete S&P 500 Index hingegen entwickelte sich im gleichen Zeitraum deutlich stabiler: Zwar befinden wir uns aktuell wohl noch nicht am Höhepunkt des KI-Zyklus und die potenzielle Fallhöhe ist weniger groß. Dennoch raten wir vorsichtigeren Investoren bereits jetzt, breiter zu diversifizieren, um die Gefahr in den kapitalisierungsgewichteten Indizes zu meiden.

Christof Reichmuth, Reichmuth & Co

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