Tokenisierung im Verbriefungsgeschäft – Startschuss ist längst gefallen

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Nach dem anfänglichen Hype ist es um die Tokenisierung von Vermögenswerten wieder deutlich ruhiger geworden. Skeptiker unken sogar, der Ansatz werde eine Randerscheinung bleiben. „Das Gegenteil ist der Fall: Anwendungsfälle, die in den vergangenen zwei Jahren noch Pilot-Charakter hatten, werden 2026 in den Regelbetrieb gehen“, sagt Stephan Blohm, Verwaltungsrat beim Luxemburger Finanzdienstleister securities.lu.

Von Rohstoffen über Immobilien bis zu Kunstwerken: Die digitale Abbildung von Ansprüchen auf unterschiedlichste Vermögenswerte soll Sicherheit schaffen, Transaktionen effizienter und illiquide Werte überhaupt erst handelbar machen. Trotz dieser Versprechungen hat sich Tokenisierung bisher nicht in der Breite durchgesetzt. Doch 2026 markiert einen Wendepunkt. „Im Verbriefungsgeschäft entwickelt sich Tokenisierung gerade zu einer zentralen Methode“, so Blohm.

Luxemburg hat mit seiner Blockchain-Gesetzgebung früh begonnen, wegweisenden Technologien wie der Tokenisierung den Boden zu ebnen – mit unmittelbaren positiven Auswirkungen auf das Verbriefungsgesetz. Ausgehend davon ist mittlerweile eine funktionierende Infrastruktur entstanden. „Während anderswo noch Proof of Concepts diskutiert werden, geht Luxemburg voran: Hier herrscht regulatorisch längst Klarheit und dadurch ist reale Nachfrage entstanden“, sagt Blohm.

Auch in der Europäischen Union wurde mittlerweile eine unionsweite rechtliche Basis für Tokenisierung gelegt. „Dieses Jahr wird die Regulierung zum ersten Mal in der Breite Früchte tragen“, so Blohm. Gerade Emittenten in Luxemburg nutzen die Rechtssicherheit gezielt für tokenisierte Verbriefungen und profitieren dabei von der klaren Rollenverteilung zwischen Zahlstellen, Verwahrern und weiteren Dienstleistern. Wurden tokenisierte Produkte (digitale Wertpapiere) bisher eingeschränkt aufgesetzt, werden sie jetzt regulär emittiert, verwaltet und gehandelt.

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Tokenisierung entwickelt sich zu einem neuen Standardinstrument, denn technologische und rechtliche Grundlagen sind geklärt. Institutionelle Investoren entscheiden jetzt nach ökonomischen Kriterien, ob sie den digitalen Ansatz wählen. Die Versprechungen von Tokenisierung materialisieren sich – gerade auch bei grenzüberschreitenden Transaktionen, etwa schnelleres Settlement und weniger operativer Aufwand. „Für luxemburgische Verbriefungsstrukturen sind vor allem automatisierte Zahlungsflüsse, mehr Transparenz und effizienteres Reporting für Investoren handfeste Vorteile“, sagt Blohm.

Stephan Blohm, securities.lu

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