
Sachsen und Sachsen-Anhalt teilen sich laut einer aktuellen Studie von BrokerChooser mit jeweils 7,58 von 10 Punkten den Spitzenplatz unter den Bundesländern für den Ruhestand.
Thüringen folgt auf Rang drei. Ausschlaggebend sind vor allem niedrige Immobilienpreise und die Versorgung mit Gesundheits- und Freizeiteinrichtungen.
Wer seinen Ruhestand in Deutschland verbringen möchte, muss nicht zwingend an die üblichen Verdächtigen denken. Sachsen und Sachsen-Anhalt liegen einer aktuellen Auswertung von BrokerChooser zufolge gemeinsam an der Spitze. Beide Bundesländer erreichen 7,58 von 10 Punkten. Thüringen folgt mit 7,32 Punkten auf Rang drei.
Besonders überraschend: Nicht die klassischen Hochpreisregionen mit vermeintlich hoher Lebensqualität schneiden am besten ab, sondern ostdeutsche Flächenländer. Ein wesentlicher Faktor seien die Immobilienpreise. In Sachsen kostet ein Haus laut Studie durchschnittlich 1.845 EUR je qm, in Sachsen-Anhalt sogar nur 1.464 EUR je qm. Thüringen liegt mit 1.552 EUR ebenfalls sehr niedrig.
Sachsen punktet mit Infrastruktur
Sachsen profitiert neben den vergleichsweise günstigen Immobilien von einer guten Versorgung mit Einrichtungen des täglichen Lebens. Das Bundesland kommt auf 598 Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner und liegt damit leicht über dem bundesweiten Durchschnitt von 588.
Noch deutlicher fällt der Vorsprung bei den Grünflächen aus: 309 Einrichtungen je 100.000 Einwohner stehen einem Deutschlandwert von 161 gegenüber. Auch bei den Schwimmbädern liegt Sachsen mit 154 je 100.000 Einwohner weit über dem Durchschnitt von 57.
Der Anteil der Bevölkerung im Ruhestand liegt bei 27,6%. Das entspricht rund 1,1 Mio. Menschen.
Sachsen-Anhalt: billigste Immobilien und viele Rentner
Sachsen-Anhalt erreicht ebenfalls 7,58 Punkte und weist mit 29,1% den höchsten Anteil von Menschen im Ruhestand unter allen Bundesländern auf.
Auch bei der Luftqualität gehört Sachsen-Anhalt laut Studie zu den besseren Bundesländern. Bei der Zahl der Krankenhausbetten fällt der Wert mit 437 je 100.000 Einwohner allerdings niedriger aus als der Bundesdurchschnitt.
Thüringen auf Rang drei
Thüringen kommt auf 7,32 Punkte. Neben den niedrigen Immobilienpreisen überzeugt vor allem die Gesundheitsversorgung.
Mit 699 Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner weist Thüringen den höchsten Wert der drei Spitzenreiter auf. Bei den Grünflächen liegt das Land mit 191 je 100.000 Einwohner ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt.
Was wurde überhaupt bewertet?
BrokerChooser hat für den Ruhestands-Index unter anderem Immobilienpreise, Lebenserwartung, Luftqualität sowie die Versorgung mit Ärzten, Krankenhausbetten und ambulanten Pflegediensten berücksichtigt. Hinzu kamen Grünflächen und Schwimmbäder. Die jeweiligen Einrichtungen wurden auf 100.000 Einwohner normiert; anschließend flossen die erhobenen Faktoren gleichgewichtet in die Gesamtwertung ein.
Die Daten wurden laut Anbieter im August erhoben.
Bemerkenswert ist damit vor allem, was für einen entspannten Ruhestand offenbar entscheidend ist: Nicht maximale Urbanität oder hohe Immobilienwerte, sondern viel Wohnraum für vergleichsweise wenig Geld, Gesundheitsversorgung und erreichbare Freizeitangebote.
Und sonst? Bremen ist mit einer Bewertung von 5,36 von 10 Punkten das bundesweit schlechteste Bundesland für Rentner. Baden-Württemberg weist mit 22,94 Jahren die höchste Lebenserwartung ab 60 Jahren auf.
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