FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag in Erwartung einer weiteren Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone gefallen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum späten Nachmittag um 0,25 Prozent auf 144,91 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,447 Prozent.
Die Aussicht auf weitere Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen die Mini-Inflation und die Konjunkturschwäche habe die Anleihen beflügelt, sagten Händler. EZB-Präsident Mario Draghi habe mit seinen Worten den Weg für einen „Griff in die Instrumentenkiste“ im kommenden Monat geebnet, kommentierte Volkswirt Mario Gruppe von der NordLB. Draghi hatte gesagt, der EZB-Rat sei geschlossen bereit, schon auf der nächsten Sitzung auch unkonventionelle Mittel einzusetzen – falls nötig. Dazu zählen unter anderem breit angelegte Anleihekäufe zur Konjunkturbelebung. An diesem Donnerstag wartete die EZB jedoch ab und tastete den Leitzins nicht an.
Besonders stark profitierten jedoch die Anleihen der Eurokrisenländer von den Aussagen Draghis. So sank die Rendite von zehnjährigen portugiesischen Staatsanleihen um 0,11 Prozentpunkte. In Italien und Spanien ging es um 0,08 Prozentpunkte nach unten./jsl/he