„Schon im Vorfeld der Emission fit für den Kapitalmarkt gemacht“ – Dr. Michael Held, Terragon

Dr. Michael Held, Terragon

„Mit Hilfe der Unternehmensanleihe kann Terragon schneller und mehr Projekte aus unserer Pipeline finanzieren“

BondGuide: Den Unterlagen entnehme ich, dass die Projektpipeline randvoll ist.
Held: Ich hatte ja bereits erläutert, wie groß die Nachfrage einerseits und die Unterversorgung andererseits ist. Bis 2022 werden wir Projekte im Gesamtvolumen von weiteren 340 Mio. EUR bundesweit realisieren. Diese Projekte sind bereits durchfinanziert und in unterschiedlichen Stadien der Umsetzung. Zudem wollen wir pro Jahr 3-4 Projekte im Volumen von rund 150-200 Mio. EUR aus unserer Akquisitionspipeline ankaufen. Durch die Einbringung der Anleihemittel könnten wir schneller und mehr Projekte aus dieser Pipeline finanzieren, da wir die Mittel als wirtschaftliches Eigenkapital für Grundstücksankäufe etc. verwenden können.

BondGuide: Es hört sich – und dies soll gar nicht despektierlich klingen – wie ein notwendiges Übel an, dass Terragon auf eine öffentlich notierte Unternehmensanleihe zurückgreifen ‚muss‘.
Held: Aber absolut nicht, im Gegenteil! Terragon ist ein Unternehmen, das sich schon im Vorfeld fit für den Kapitalmarkt gemacht hat. Nicht nur, aber auch deswegen sitzt Herr Breuling neben Ihnen. Transparenz ist uns sehr wichtig und der können wir auch mit den schon umgesetzten wie auch den künftigen Projekten aus der Pipeline mehr als gerecht werden. Sicherlich hätten wir uns aus Emittentensicht einen vielleicht etwas niedrigeren Kupon als 6,5% gewünscht. Aber unsere Partner bei diesem öffentlichen Vorhaben haben uns überzeugt, dass man als Kapitalmarktneuling auch eine gewisse Markteintrittsprämie zu zahlen hat. Die spiegelt sich im Kupon unserer Debütanleihe wider.

Terragon Beispiel

„Schon heute klar, dass Terragon die Refinanzierung der Anleihe in fünf Jahren eigentlich komplett aus bis dahin thesaurierten Erträgen stemmen könnte“

BondGuide: Was müssen Investoren diesbezüglich noch wissen? – speziell wenn man Richtung Refinanzierung in einigen Jahren blickt. Außerdem gefällt mir Ihre Wortwahl ‚Debütanleihe‘…
Held: Dazu zwei Dinge, bzw. sogar drei: Aus der Abarbeitung des erwähnten aktuellen Projektvolumens werden sich in den kommenden drei Jahren vorsichtig geschätzt rund 35 Mio. EUR an Ertrag ergeben für Terragon. Nehmen wir die festgeschriebene Ausschüttungsbegrenzung von 75% hinzu, so ist schon heute bei der Emission klar, dass Terragon die Refinanzierung in spätestens fünf Jahren eigentlich komplett aus dem Cashflow bzw. den bis dahin thesaurierten Erträgen stemmen könnte.

BondGuide: Ich freue mich auf den dritten Punkt, der höchstwahrscheinlich die Emittenten-Call-Rechte ab Emissionsjahr 3 ins Spiel bringt…
Held: …in der Tat sind wir auch hier vorsichtig und haben deshalb mögliche Calls ab dem dritten Jahr festschreiben lassen. Wenn es nämlich so läuft, wie wir dies gerade skizziert haben, würden wir als dann schon bewiesener Kapitalmarktteilnehmer gerne auch die Markteintrittsprämie etwas reduzieren, klar.

Dr. Michael Held, Terragon

Dr. Michael Held, Terragon

BondGuide: Herr Held, danke für Ihre überaus erhellenden Einblicke und natürlich viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben!

Interview: Falko Bozicevic

Fotos: @Terragon