
World Vision fordert zur COP31 schnelle Klimahilfen. Extreme Dürren und Überschwemmungen gefährden Ernten und Zukunftsperspektiven.
Wenige Tage vor Beginn der Weltklimakonferenz COP31 im türkischen Antalya wächst die Sorge vor den Folgen eines außergewöhnlich starken El-Niño-Ereignisses. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision fordert die Teilnehmerstaaten auf, bereits bestehende Finanzierungsinstrumente für Klimaschäden und -verluste jetzt schnell und wirksam einzusetzen. Andernfalls drohten in besonders gefährdeten Regionen schwere Ernteausfälle, steigende Lebensmittelpreise und eine weitere Verschärfung der Hungerkrisen.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt nach Angaben von World Vision vor einem historisch starken El Niño, der bis in das Frühjahr 2027 reichen könnte. In Bolivien wurde bereits der Notstand ausgerufen. In Ländern wie Sudan und Südsudan verschärfen Wasserknappheit und unsichere Bewässerungsmöglichkeiten die Situation für landwirtschaftliche Regionen zusätzlich.
Wenn Ernten ausfallen, trifft dies Kinder besonders hart. Mangelernährung, schlechtere Bildungschancen und langfristige Entwicklungsrisiken können die Folge sein. „Deshalb braucht es jetzt schnelle Unterstützung statt langwieriger Debatten“, mahnt Flavia Marà, Klimaexpertin von World Vision Deutschland.
Die Organisation verweist darauf, dass mit dem Fonds für klimabedingte Schäden und Verluste (Loss and Damage) sowie dem Globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken bereits Instrumente zur Verfügung stünden. Diese müssten nun gezielt bei den betroffenen Bevölkerungsgruppen ankommen. Die Grundbedürfnisse von Kindern sollten dabei Priorität erhalten.
Konkrete Ansätze gebe es bereits: Direkte Bargeldtransfers und Frühwarnsysteme können Kleinbauernfamilien helfen, rechtzeitig Saatgut zu sichern oder Brunnen vorzubereiten. Ergänzend setzt World Vision auf Ernährungsprogramme für mangelernährte Kinder, dürretolerantes Saatgut und Schulungen zu nachhaltigen Anbaumethoden.
„Die COP31 wird daran gemessen werden, ob sie besonders gefährdete Menschen besser vor den Folgen von Klimakrisen schützen kann“, so Marà. Für Millionen Kinder und ihre Familien seien schnelle Entscheidungen keine Frage der Zukunft, sondern der Gegenwart.
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