Nadelöhre der Energiewende

Wüest Partner sieht Netzkapazitäten und flexible Stromvermarktung als Nadelöhre für Energie- und Immobilieninvestments. Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung.

Der Ausbau erneuerbarer Energien verändert die Anforderungen an Energie- und Immobilieninvestments. Neben Standort und Erzeugungsleistung entscheiden zunehmend Netzanschlüsse, Speicherkapazitäten und Vermarktungsmöglichkeiten über die Wirtschaftlichkeit. Das zeigt der Marktbericht Erneuerbare Energien 2026/2027 von Wüest Partner. In den ersten drei Quartalen 2026 erreichten erneuerbare Energien fast zwei Drittel der deutschen Nettostromerzeugung.

„Ein geeigneter Standort allein reicht nicht aus“, warnt Thomas Lehmann MRICS, Head of Infrastructure Valuation bei Wüest Partner. Entscheidend seien auch die verfügbare Netzkapazität und die wirtschaftliche Verbindung von Erzeugung und Verbrauch – bei Wind- und Solarparks ebenso wie bei Rechenzentren, Industrie- und Logistikimmobilien.

Netzengpässe bremsen Projekte

Netzverfügbarkeit und flexible Stromvermarktung sind die Nadelöhre heute

Netzverfügbarkeit und flexible Stromvermarktung sind die Nadelöhre heute

Während die Photovoltaik stark gewachsen ist und das gesetzliche Zwischenziel für 2026 laut EEG bereits im August erreicht wurde, bleibt der Netzausbau vielerorts zurück. 2025 konnten deshalb rund 9.400 GWh erneuerbarer Strom nicht eingespeist werden. Das Redispatch-Volumen für Photovoltaikanlagen stieg um 94%. Netzkapazitäten und mögliche Abregelungen müssen daher frühzeitig in Standort- und Wirtschaftlichkeitsanalysen einfließen.

Auch die Vergabe knapper Anschlusskapazitäten verändert sich: Seit April 2026 ersetzen die Übertragungsnetzbetreiber für Speicher und große Stromverbraucher schrittweise das Windhundprinzip durch ein Reifegradverfahren. Projekte sollen stärker nach Umsetzungsreife und Systemnutzen priorisiert werden.

Batteriespeicher gewinnen an Gewicht

Hohe Wind- und Solarstromproduktion garantiert nicht automatisch hohe Erlöse. Bei gleichzeitigem Stromangebot können Marktpreise stark sinken oder negativ werden. Batteriespeicher ermöglichen es, Überschüsse aufzunehmen und Strom später zu nutzen oder zu vermarkten. Ihr wirtschaftlicher Nutzen hängt allerdings von Standort, technischer Auslegung und Betriebsstrategie ab.

Auch für Immobilieninvestoren gewinnen Photovoltaik, Speicher und intelligentes Energiemanagement an Bedeutung. Ein leistungsfähiger Netzanschluss könnte künftig ähnlich wichtig werden wie Lage und bauliche Qualität. Das 2026 in Kraft getretene Standortfördergesetz erweitert zudem die Möglichkeiten von Fonds, REITs und Immobilien-Sondervermögen, Erneuerbare-Energien-Anlagen und Ladeinfrastruktur zu halten und zu betreiben.

Die vollständige Studie finden Sie unter diesem Link.

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