
DocMorris erreicht den EBITDA-Breakeven früher als geplant und hebt die Jahresprognose an. Das Rx-Geschäft wächst im Q3 um 78%.
DocMorris kommt beim operativen Turnaround schneller voran als bislang vorgesehen. Die Schweizer Online-Apotheke erzielte im dritten Quartal 2026 ein bereinigtes EBITDA von 0,6 Mio. CHF und erreichte damit den angestrebten Breakeven vorzeitig. Gleichzeitig beschleunigte sich das Wachstum mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) deutlich. Das Management hebt deshalb die Umsatz- und EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr erneut an.
Der Aussenumsatz stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21,5% auf 342,7 Mio. CHF. Der ausgewiesene Umsatz erhöhte sich um 22,2% auf 327,4 Mio. CHF. Wichtigster Wachstumstreiber war das Rx-Geschäft in Deutschland: Der Aussenumsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten legte in Lokalwährung um 78,3% zu. Gegenüber dem bereits starken zweiten Quartal entspricht das einem weiteren Anstieg um 33,5%. Das Non-Rx-Geschäft wuchs um 5,5%, während die Digital Services mit TeleClinic, Retail Media und Marktplatz um 46,1% auf 13,9 Mio. CHF zulegten.
Auch die Kundenbasis wächst weiter. Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich binnen Jahresfrist um 1,5 Mio. auf 13,1 Mio. Allein im dritten Quartal kamen 0,2 Mio. hinzu. Nach Unternehmensangaben stieg die Zahl der Rx-Neukunden überdurchschnittlich. Neben der starken Nachfrage führt DocMorris den erreichten EBITDA-Breakeven auf eine verbesserte Kosten- und Marketingeffizienz zurück.
Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun ein Aussenumsatzwachstum von 12,5 bis 15%, nachdem zuvor 9 bis 13% in Aussicht gestellt worden waren. Beim bereinigten EBITDA rechnet DocMorris inzwischen mit einem Ergebnis von besser als -10 Mio. CHF; zuvor lag die Prognose bei -10 bis -17,5 Mio. CHF. Die Investitionen sollen unverändert unter 30 Mio. CHF bleiben. Das Ziel eines ausgeglichenen Free Cashflows im Laufe des Jahres 2027 bestätigt das Management.
Für Anleiheinvestoren ist die Verbesserung des operativen Ergebnisses ein wichtiges Signal. Allerdings ist der EBITDA-Breakeven nicht mit einem ausgeglichenen Cashflow gleichzusetzen. DocMorris hatte im September zudem die ausstehende Wandelanleihe 2028 über nominal 49,6 Mio. CHF zurückgekauft und den Rückkauf über eine neue Wandelanleihe mit Fälligkeit 2031 finanziert. Damit wurde das Fälligkeitsprofil verlängert. Entscheidend bleibt nun, ob DocMorris die operative Verbesserung in nachhaltige Mittelzuflüsse überführen kann.
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