
Vossloh startet mit einem Rekordauftragsbestand ins zweite Halbjahr 2026. Trotz Belastungen bei Ergebnis und Marge bestätigt der Schieneninfrastrukturspezialist die starke Nachfrage und sieht sich langfristig gut positioniert.
Die Vossloh AG hat im ersten Halbjahr 2026 von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Bahninfrastruktur profitiert. Der Auftragseingang stieg um 33% auf 829 Mio. EUR, während der Auftragsbestand mit 1.141 Mio. EUR einen neuen Rekordwert erreichte. Mit einer Book-to-Bill-Quote von 1,17 übertraf der Auftragseingang erneut den Umsatz und unterstreicht die gute Auslastung für die kommenden Quartale. Wachstumstreiber waren neben der Einbeziehung von VTT Europa (Sateba) auch das bestehende Geschäft.
Auch beim Umsatz legte Vossloh deutlich zu. Die Erlöse stiegen um 22% auf 710 Mio. EUR, während das EBITDA um 9% auf 81 Mio. EUR zunahm. Die EBITDA-Marge ging jedoch von 12,7% auf 11,4% zurück. Belastend wirkten ein schwächerer Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereichs Customized Modules sowie höhere Beschaffungs- und Logistikkosten. Das EBIT fiel zudem aufgrund von PPA-Effekten aus der Sateba-Akquisition um 28% auf 32 Mio. EUR, während das Konzernergebnis auf 14 Mio. EUR zurückging.
Positiv entwickelte sich die Bilanzqualität. Die Eigenkapitalquote stieg auf 40,1%, während die Working-Capital-Intensität mit 14,6% einen historischen Tiefstand erreichte. Der Free Cashflow blieb im saisonal schwachen ersten Halbjahr mit -69 Mio. EUR zwar negativ, für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management jedoch einen deutlich positiven Mittelzufluss und einen spürbaren Rückgang der Nettofinanzschuld.
An seiner am 13. Juli angepassten Prognose hält das Unternehmen fest. Für 2026 rechnet Vossloh mit einem Umsatz zwischen 1.510 und 1.610 Mio. EUR sowie einem EBITDA von 195 bis 210 Mio. EUR. Belastend wirken unter anderem geringere Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen, verschobene Lieferungen sowie temporär höhere Beschaffungs- und Logistikkosten. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt der Vorstand dagegen wieder ein deutliches organisches Wachstum und eine spürbare Verbesserung des EBIT in Aussicht.
Der eigentliche Blickfang der Halbjahreszahlen ist weniger das Ergebnis als der Rekordauftragsbestand. Mit einer Book-to-Bill-Quote von 1,17 und Aufträgen von mehr als 1,1 Mrd. EUR verfügt Vossloh über eine komfortable Ausgangsbasis für die kommenden Jahre. Die Belastungen durch höhere Beschaffungs- und Logistikkosten sowie die Integration von Sateba erscheinen dagegen überwiegend temporärer Natur. Entscheidend wird nun sein, ob es dem Unternehmen gelingt, die starke Nachfrage in den kommenden Quartalen wieder stärker in Margenwachstum umzuwandeln.
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