
Healthcare-Konzern Lonza steigerte Umsatz und Ergebnis deutlich. Nach einem starken Halbjahr erhöht der CDMO-Spezialist seine Margenprognose für 2026.
Lonza hat im ersten Halbjahr 2026 von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Entwicklungs- und Produktionsdienstleistungen für die Pharma- und Biotechindustrie profitiert. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 16% auf 3,4 Mrd. CHF, während das Kern-EBITDA um 27% auf 1,2 Mrd. CHF zulegte. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 30,4 auf 34,8%.
Maßgeblich für die Entwicklung waren nach Unternehmensangaben eine hohe Auslastung der Produktionskapazitäten, operative Effizienzsteigerungen sowie der zunehmende Beitrag neuer Wachstumsprojekte. Darüber hinaus wirkten sich ein günstiger Produktmix und zeitliche Verschiebungen im Geschäft positiv auf die Profitabilität aus.
Auch beim Free Cashflow erzielte Lonza deutliche Fortschritte. Dieser erhöhte sich auf 0,4 Mrd. CHF und lag damit rund 0,3 Mrd. CHF über dem Vorjahreswert. Ausschlaggebend waren neben dem höheren operativen Ergebnis insbesondere geringere Investitionen, nachdem sich die zuvor hohe Investitionstätigkeit schrittweise normalisiert.
Strategisch treibt der Konzern seine Transformation zum reinen CDMO (Contract Development and Manufacturing Organization) weiter voran. Mit dem geplanten Verkauf des Geschäftsbereichs Capsules & Health Ingredients (CHI) konzentriert sich Lonza künftig vollständig auf das Kerngeschäft der Auftragsentwicklung und -produktion für Pharma- und Biotechunternehmen. Nach Abschluss der Transaktion soll zunächst ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Mio. CHF umgesetzt werden; darüber hinaus soll der Verkaufserlös zusätzliche finanzielle Flexibilität für organisches Wachstum und mögliche Akquisitionen schaffen.
Parallel investiert Lonza weiter in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Im Fokus stehen unter anderem die Bereiche Mammalian, Drug Product, Bioconjugates sowie Cell & Gene. In Visp wurde die neue Großanlage für Mammalian-Wirkstoffe planmäßig in Betrieb genommen. Zusätzlich erweitert das Unternehmen seine Kapazitäten für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) in Stein um eine weitere kommerzielle Abfülllinie, die bis 2030 fertiggestellt werden soll. Gleichzeitig wird die dort entstehende Großanlage künftig auch hochwertige Small-Molecule-Arzneimittel produzieren.
Vor dem Hintergrund der starken Geschäftsentwicklung hat Lonza den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Die Gesellschaft erwarte nun eine Kern-EBITDA-Marge von 33 bis 34% statt bislang über 32%. Die Prognose für das Umsatzwachstum von 11 bis 12% (währungsbereinigt) wurde bestätigt. Belastend könnten lediglich Wechselkurseffekte wirken, die das Umsatzwachstum um rund zwei bis drei Prozentpunkte mindern dürften. Auf die Profitabilität sollen sich die Währungseinflüsse dank umfassender Absicherungsmaßnahmen jedoch nur gering auswirken.
Auch der zum Verkauf stehende Geschäftsbereich CHI entwickelte sich im ersten Halbjahr planmäßig. Dort stieg die EBITDA-Marge auf 26,8%, während Lonza für das Gesamtjahr weiterhin ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erwarte.
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