wienerberger trotzt Bauflaute mit Umbau des Geschäftsmodells

Baustoffkonzern wienerberger steigerte den Umsatz trotz schwacher Neubaumärkte zweistellig. Infrastruktur und Sanierung tragen zunehmend das Geschäft.

wienerberger hat im zweiten Quartal den Umsatz um 13% auf 1,41 Mrd. EUR gesteigert. Treiber waren Akquisitionen sowie ein organisches Wachstum von 7%. Das operative EBITDA ging hingegen um 9% auf 230 Mio. EUR zurück. Belastend wirkten die weiterhin schwachen Wohnungsneubau-Märkte in den USA, Kanada und Großbritannien.

Der Baustoffkonzern treibt zugleich den strategischen Umbau seines Geschäfts konsequent voran. Inzwischen stammen mehr als 60% der Umsätze aus den deutlich robusteren Bereichen Infrastruktur und Sanierung, während der Wohnungsneubau weniger als 40% zum Endmarktportfolio beiträgt. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Übernahme der italienischen Italcer, die das Geschäft mit keramischen Wand- und Bodenfliesen stärkt und zugleich die Position im margenstarken Renovierungsmarkt ausbaut.

wienerberger 2023/28

wienerberger 2023/28

Auch die Bereiche Roofing und Piping entwickelten sich stabil. Investitionen in Wasserinfrastruktur, Energienetze sowie die energetische Gebäudesanierung sorgten für robuste Nachfrage. Dagegen blieb die erhoffte Erholung im Wohnungsneubau insbesondere in Nordamerika und Großbritannien aus. Höhere Finanzierungskosten und anhaltende Unsicherheit bremsten Investoren und private Bauherren gleichermaßen.

Für das Gesamtjahr senkt wienerberger deshalb die Erwartungen. Das Unternehmen rechnet nun mit einem operativen EBITDA von rund 700 Mio. EUR. Gegenüber der ursprünglichen Planung belaste allein die schwächere Entwicklung im Wohnungsneubau das Ergebnis mit rund 100 Mio. EUR. Gleichzeitig intensiviert der Konzern sein Programm ‚Fit for Growth‘, um Kosten zu senken, das Working Capital zu optimieren und die Cash-Generierung weiter zu stärken.

Der österreichische Baustoffkonzern Wienerberger zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Lösungen für Gebäudehüllen sowie Wasser- und Energieinfrastruktur. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,6 Mrd. EUR und ein operatives EBITDA von 754 Mio. EUR.

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