Gold als Sachwert im Portfolio: Bewertung, Liquidität und regionale Marktstrukturen

Gold in physischer Form gilt seit Menschengedenken als Wertaufbewahrungsmittel. In heutigen Portfolios wird es bevorzugt zur Absicherung v.a. gegen Inflation. Von Robert Steininger*

Während Wertpapiere stark auf geldpolitische Entscheidungen und Kapitalmarktzyklen reagieren, bleibt Gold ein echter Sachwert ohne Emittentenrisiko. Die Frage für private Investoren beschränkt sich dabei nicht nur auf den Kauf, sondern auch auf Bewertung, Liquidierbarkeit und regionale Marktstrukturen bei einem möglichen späteren Verkauf.

Gold im Portfolio. Funktion und Einordnung

Gold hat im Portfolio zunächst einmal eine stabilisierende Funktion. Studien zur Asset-Allokation zeigen, dass Gold in Phasen erhöhter Marktverwerfung meist eine geringe oder sogar negative Korrelation zu Aktien hat. Damit kann Gold ohne laufende Erträge Schwankungen abfedern. Im Gegensatz zu Anleihen oder Dividendenwerten besteht der Nutzen von Gold nicht im Cashflow, sondern in der Werthaltigkeit und der Akzeptanz, die ihm weltweit entgegengebracht wird.

Privatanleger werden ferner erfreuen, dass alles Gold zusammen nicht beliebig vermehrbar ist. Die Fördermengen wachsen nur langsam und die Nachfrage mit jedem neuen Boom durch Schmuck, Zentralbanken und Investoren springt dann sehr plötzlich an. Diese Struktur ist es, die das Gold von jedem papierbasierten Geldsystem unterscheidet und als seine beste Absicherung gegen Kaufkraftverluste qualifiziert.

Gold in seinen Handelsformen

Foto: © mamewmy – freepik.com

Preisbildung und Bewertungsgrundlage

Der internationale Goldpreis bildet sich an Terminbörsen und im außerbörslichen Handel und wird üblicherweise in US-Dollar je Feinunze notiert. Für die eigenen physischen Bestände sind neben dem Spotpreis auch weitere Faktoren von Bedeutung. Hierzu gehören der Feingehalt, das Gewicht, der Zustand, die Form (Barren oder Anlagemünzen) und die Prägung. Bekannte Anlagemünzen lassen sich in der Regel besser und schneller handeln, da sie weltweit bekannt sind.

Für den Verkauf aller physischen Bestände dient der Spotpreis als Grundlage, von dem Abschläge oder Aufschläge (abhängig von Liquidität und Kostenstruktur) abhängen. Wo Transparenz fehlt, ist Misstrauen geboten. Seriöse Marktteilnehmer legen ihre Berechnungslogik offen und sind in der Berechnung eng am aktuellen Börsenpreis orientiert. Dem Anleger ist zu raten, sich mit den Bewertungsmaßstäben seiner Anbieter vertraut zu machen, um die Angebote sachlich miteinander vergleichen zu können.

Liquidität und Handelbarkeit physischer Bestände

Ein ganz wesentlicher Vorteil von Gold ist seine hohe Liquidität. Physische Bestände lassen sich in der Regel überall in der Welt verkaufen. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen Weltmarktpreis und lokaler Verwertung. Die Konditionen hängen von einer Vielzahl einflussreicher Faktoren ab. So ist z.B. die lokale Nachfrage, die Regulierungsintensität und der lokale Wettbewerb zu nennen.

In Ballungsräumen mit starker Finanz und Handelsstruktur ist die Marktdichte größer. Es gibt meist mehrere Anlaufstellen für einen Verkauf, was rationelle Preisvergleiche ermöglicht. Wer seine physischen Bestände liquidieren will, wird sich häufig regionaler Angebote bedienen, wie etwa dem Goldankauf München, um kurze Wege, persönliche Abwicklung und sofortige Auszahlung zu kombinieren. Solche regionalen Strukturen ergänzen den internationalen Markt, schaffen aber auch praktische Möglichkeiten für Privatanleger.

Regionale Marktstrukturen und Transparenz

Regionale Marktstrukturen sind nicht nur preislich unterschiedlich, sondern auch organisatorisch. In Deutschland unterliegt der Edelmetallhandel strengen gesetzlichen Vorgaben, die unter anderem die Identifizierung und Dokumentation des Handels betreffen. Diese Regelungen erhöhen auch hier die Transparenz und dienen dem Verbraucherschutz.

Für den Anleger bedeutet das, dass der Verkaufsprozess planbar ist. Seriöse Anbieter haben geeichte Waagen, weisen die Preise klar aus und stellen abrechenbare Rechnungen aus. Wer mag, kann sich von einer regionalen Verankerung seines Anbieters Vertrauen vermitteln lassen. Der Ersatz der eigenen Vorbereitung ist das nicht. Marktpreise, Feinheit und Gewicht muss man wissen, um die richtige Entscheidung treffen zu können.

Gold als langfristiger Sachwert

Gold ist kein kurzfristiges Spekulationsobjekt, sondern eine wertvolle Beimischung. Die Geschichte zeigt, dass Gold über einen langen Zeitraum hinweg die reale Kaufkraft erhält, auch wenn zeitweise Preisschwankungen in Kauf zu nehmen sind. Das qualifiziert Gold auch für Anleger, die Vermögen einer oder mehrerer Generationen aufbauen wollen oder einfach auf das Materielle Wert legen.

Für die Einordnung in das Gesamtportfolio ist eine moderate Gewichtung sinnvoll. Zu hoch wird die Beimischung die Renditechancen dämpfen, zu niedrig wird der Stabilisierungseffekt aus dem Gleichgewicht geraten. Die richtige Gewichtung hängt von Anlagehorizont, Risikobereitschaft und Liquiditätsbedarf jedes Anlegers selbst ab.

Marktinformationen und internationale Einordnung

Ein zusätzlicher Überblick zu Marktanalysen, Fördermengen und Nachfrageentwicklungen findet sich beim World Gold Council, der über die BayernLB unter dem Ankertext internationale Goldmarktanalysen und Daten des World Gold Council gebündelte Hintergrundinformationen zum Edelmetallmarkt bereitstellt.

Abschließende Gedanken

Gold ist und bleibt ein besonderer Sachwert. Seine Bedeutung im Portfolio ergibt sich aus seiner Werthaltigkeit, seiner globalen Akzeptanz und seiner höchsten Liquidität. Der Privatanleger sollte die Bewertungsmechanismen der Goldmärkte kennen und die regionalen Marktstrukturen für sich nutzen. Wer informiert handelt und seine physischen Bestände realistisch einschätzt, wird Gold als stabilisierendes Element seiner langfristigen Vermögensstrategie zu nutzen schätzen.

*) Robert Steininger ist Fachautor für u.a. Anlagestrategien und publiziert regelmäßig zu Fachthemen wie Online- und Investment-Strategien, Glücksspielthemen, Krypto und Verhaltensanalyse.

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