Jahresendrally für Bitcoin fällt aus

Bitcoin steuert trotz eines insgesamt konstruktiven makroökonomischen Umfelds auf ein negatives Jahresergebnis zu. Von Marc des Ligneris, Senior Portfolio Manager, CoinShares

Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinssenkung durch die Federal Reserve im Januar. Zugleich zeigen sich die Nachwirkungen des jüngsten Government Shutdowns deutlicher als zunächst angenommen. Für das vierte Quartal zeichnet sich eine spürbare Abkühlung der wirtschaftlichen Dynamik ab, ohne jedoch bislang rezessive Züge anzunehmen.

Marktinterne Faktoren dominieren im Kryptosektor

Während viele traditionelle Anlageklassen – allen voran Edelmetalle – von der Kombination aus Inflationssorgen und geopolitischer Unsicherheit profitierten, blieben Kryptowährungen deutlich zurück. Das Jahr 2025 erwies sich bislang als Jahr klassischer Wertaufbewahrungsmittel. Die divergierende Entwicklung macht deutlich, dass der aktuelle Abschwung im Kryptomarkt primär durch sektorspezifische Kräfte bestimmt wird.

Bitcoin im Jahr 2025

Bitcoin im Jahr 2025

Entscheidender Belastungsfaktor ist anhaltender Verkaufsdruck seitens langfristiger Halter. Teile dieser Investorengruppe reduzieren ihre Positionen im Einklang mit dem historisch beobachteten Vierjahreszyklus, unabhängig von kurzfristigen makroökonomischen Impulsen. Diese Umschichtungen drücken weiterhin auf die aktuellen Marktpreise, selbst wenn das übergeordnete Umfeld und die Risikobereitschaft an anderen Märkten eher unterstützend wirken.

Hohe Volatilität bei geringer Liquidität

Marc des Ligneris, CoinShares, ist 2025 etwas enttäuscht vom Bitcoin

Marc des Ligneris, CoinShares

Die anhaltend hohe Volatilität spiegelt ein Marktumfeld mit begrenzter Liquidität wider. Wiederholte, teils abrupte Kursbewegungen in beide Richtungen bestrafen aggressive Positionierungen in den Derivatemärkten und verhindern eine nachhaltige Trendbildung. Gleichzeitig bleibt der Kurs im Vorfeld des Verfalls der Jahresendoptionen in einer vergleichsweise engen Spanne gefangen. Der Bereich des sogenannten ‚Maximum Pain‘ zwischen 88.000 und 102.000 USD fungiert dabei kurzfristig als Orientierungspunkt für den Markt. Erst nach dem Optionsverfall dürfte Bitcoin wieder größere Bewegungsfreiheit gewinnen.

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