„Klar auf Ertragswachstum ausgerichtete Unternehmensstrategie“ – Interview mit Christian Weber, Karlsberg Brauerei

Karlsberg Brauerei mit weiter verbesserter Ergebnisstruktur

BondGuide im Gespräch mit Christian Weber, Generalbevollmächtigter der Karlsberg Brauerei KG Weber, über die künftige Unternehmens- und Finanzierungsstrategie sowie den neuen CFO der Gruppe

BondGuide: Herr Weber, nun ist 2017 ja ein Jahrgang ohne die typischen großen ‚Bier-Events‘ wie Fußball-WM, Olympische Spiele oder dergleichen. Gut oder schlecht für Karlsberg?
Weber: Sowohl als auch. In einem ‚Fußballjahr‘ kommt man kaum um die Fokussierung auf ein so wichtiges Event herum; in einem Jahr ohne Groß-Veranstaltung kann man dagegen ruhiger an seiner Markenausrichtung und Angebotspalette arbeiten. Ich habe aber den Eindruck, der Bierabsatz ist noch eher Wetter- denn Event-getrieben – Public Viewing in einem verregneten Sommer macht niemandem Spaß.

BondGuide: Karlsberg erschien zuletzt mit zwei Meldungen auf dem Radar: zum einen die Verbesserung der Ergebnisstruktur und zum anderen ein neuer CFO – Martin Adam. Wie findet er zu Ihrer Brauerei?
Weber: Das ist richtig, wir hatten natürlich zunächst intern geschaut, ob und wer für die Nachfolge von Gerhard Theis, der zum Jahresende 2017 in Ruhestand geht, in Frage käme. Allerdings haben wir uns auch extern umgesehen und so erschien Martin Adam bei mir auf dem Radar.

Christian_Weber Karlsberg

Christian Weber

BondGuide: Womit überzeugte er Sie?
Weber: Herrn Adam weckte mein Interesse, da er aus dem Bankenbereich kommt und sich mit allen Finanzierungs-, aber auch Private-Equity-Themen sehr gut auskennt. Zudem mit Beteiligungsmanagement, was angesichts unserer Holding-Struktur nicht ganz unwichtig ist. Er war zuvor bei Rothschild und zuletzt beim Private-Equity-Unternehmen EQT.

BondGuide: Im letzten Jahr hatte Karlsberg ja in Windeseile eine Folgeanleihe platziert – nun möchten Sie weiter optimieren. In welche Richtung soll es gehen?
Weber: Generell kann man stets seine Finanzstruktur optimieren, speziell also die Zinslast vielleicht nochmals senken. Aktuell müssen wir nicht dergestalt investieren wie in den vergangenen Jahren – dafür ja die Anleihen I und II. Wir fahren jetzt auf einem, sagen wir mal, normalerem Niveau weiter.

Karlsberg Brauerei: Vorzeitige Schließung der Anleiheemission

Urpils: eine der bekanntesten Marken von Karlsberg

BondGuide: Aber muss man nicht ständig in Innovationen investieren? – selbst bei Bieren oder allgemeiner Getränken, selbst wenn mir die Assoziation hier noch etwas schwerfällt…
Weber: Natürlich, der Unterschied liegt konkret vielleicht bei jetzt rund 10 Mio. EUR pro Jahr Investitionssumme, zuvor knapp 15 Mio. EUR. Viele Anlagen haben wir in den

Karlsberg Urpils

Das zischt !

vergangenen Jahren nunmehr erneuert, daher geht es nun eher um kleinere Projekte. Für mich geht es zudem darum, die Refinanzierung unserer Unternehmensanleihe ca. 2020 im Hinterkopf zu haben.

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