Wie geht es weiter mit Emerging Markets Debt (EMD)?

Reichlich Auswahl bei EMD - bildhaft...

Diese Frage analysiert Portfoliomanager Marcelo Assalin* von William Blair Investment Management in seinem aktuellen Update zu EMD.

Im vergangenen Jahr hat sich Emerging Markets Debt, kurz EBD, als widerstandsfähig erwiesen, wobei Hartwährungsanleihen trotz der Herausforderungen an den lokalen Währungsmärkten aufgrund des starken US-Dollars eine bessere Performance erzielten.

Mit Blick auf das Jahr 2025 beobachten wir aufmerksam die Auswirkungen von Kursänderungen der US-Politik, globalen Handelsspannungen und Chinas wachsender Rolle als Kreditgeber. Darüber hinaus verbessern viele Schwellenländer ihre Finanzkraft durch eine geringere Dollar-Exponierung und strukturelle Reformen, wodurch sich interessante Investitionsmöglichkeiten ergeben.

Im Folgenden beantworte ich wesentliche Fragen, von denen wir glauben, dass sie für Anleger in Emerging Markets Debt von großer Bedeutung sein könnten.

1. Welche Segmente und Regionen von Emerging Markets Debt haben sich im vergangenen Jahr am stärksten und am schwächsten entwickelt?

Zu EMD zählen auch Titel aus Südafrika beispielsweise

Schwellenländeranleihen, die in harter Währung denominiert sind, haben sich stark entwickelt, was auf eine erhebliche Verringerung der Kreditspreads im High-Yield-Bereich zurückzuführen ist. Die Stimmung gegenüber der Anlageklasse wurde durch eine Kombination positiver Faktoren wie ein starkes globales Wirtschaftswachstum, eine rückläufige Inflation und eine solide multilaterale und bilaterale Unterstützung gestützt.

In diesem Umfeld schnitten High-Yield-Kredite besser ab als High-Grade-Kredite, da die Anleger die Kreditrisiken weiterhin auspreisten, was zu einem erheblichen Rückgang der Risikoprämien führte. Dieses Phänomen war in allen Regionen zu beobachten. Im Bereich der Schwellenländerwährungen waren die Renditen jedoch aufgrund der Auswirkungen des starken US-Dollars auf die Performance der Schwellenländerwährungen gedämpfter.

2. Wie hat sich die US-Politik in der Vergangenheit auf die Ergebnisse der EM-Schuldenmärkte ausgewirkt?

Emerging Markets Debt wird in der Regel von zwei dominierenden globalen Kräften beeinflusst: dem globalen Wirtschaftswachstum und den globalen Liquiditätsbedingungen. Eine US-Politik, die zu einem schwächeren Wirtschaftswachstum und/oder zu höheren Zinssätzen geführt hat, hat in der Regel zu Gegenwind für die Performance der Anlageklasse geführt. Allerdings ist das EMD-Universum mit mehr als 70 Ländern sehr diversifiziert, so dass idiosynkratische Risikoereignisse nur selten zu Störungen in der Anlageklasse geführt haben. […]

3. Wie sehen Sie die sich entwickelnde Rolle Chinas als Kreditgeber in den Schwellenländern?

Unserer Meinung nach wird sich Chinas Rolle als wichtiger Anbieter bilateraler Unterstützung für Schwellenländer nicht ändern, da das Land weiterhin strategische Interessen in diesem Raum verfolgt und mit westlichen Ländern um Einfluss auf Entwicklungsländer konkurriert. […]

4. Beeinträchtigt die steigende Verschuldung die Attraktivität und das Risiko von EM Debt?

Die Fundamentaldaten für Schwellenländeranleihen sind weiterhin günstig. Die wirtschaftlichen Bedingungen sind nach wie vor robust, die fiskalische, schuldenbezogene und außenwirtschaftliche Dynamik ist günstig, und die Disinflation schafft Möglichkeiten für eine Lockerung der Geldpolitik.

Wir glauben, dass sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schwellenländer von 3,5% im Jahr 2024 auf möglicherweise über 3,7% im Jahr 2025 beschleunigen könnte. Gleichzeitig erwarten wir einen Rückgang der Inflation von 6,1% im Jahr 2024 auf 4,3% im Jahr 2025. Ein stärkeres Wachstum und eine niedrigere Inflation dürften unserer Meinung nach zu einer verbesserten Haushalts- und Schuldendynamik führen. […]

5. Welche Chancen bieten sich derzeit bei Schwellenländeranleihen, und wie sollten sich Anleger Ihrer Meinung nach für die kommenden Jahre positionieren?

Marcelo Assalin

Ein relativer Lichtblick in unserem Anlageuniversum sind die Frontier-Märkte [1], in denen Lokalwährungsanleihen eine wichtige Rolle in unserer Strategie spielen. Aus struktureller Sicht bemühen sich immer mehr dieser Frontier-Märkte bewusst um eine Öffnung ihrer Kapitalmärkte, um ihre Finanzierungsquellen zu diversifizieren und die Abhängigkeit von der Emission von Fremdwährungsanleihen zu verringern. […]

*) Marcelo Assalin, CFA, ist Partner, Leiter und Portfoliomanager des Emerging Markets Debt (EMD)-Teams von William Blair Investment Management.

[1] Zur Vertiefung speziell von Frage/Antwort #6 sei hier empfohlen: https://www.bondguide.de/?s=frontier

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