Vossloh rudert Jahresprognose zurück, trotz Auftragsbestand auf Rekordniveau

Vossloh

Vossloh hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 nach unten angepasst. Trotz eines starken ersten Halbjahres belasten schwächere Abrufe aus Rahmenverträgen, Projektverschiebungen sowie höhere Beschaffungs- und Logistikkosten die kurzfristigen Erwartungen. Gleichzeitig erreicht der Bahninfrastrukturspezialist einen neuen Höchststand beim Auftragsbestand.

Nach vorläufigen Zahlen erzielte Vossloh im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 710,1 Mio. EUR nach 582,6 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA stieg auf 80,9 Mio. EUR (Vorjahr: 74,2 Mio. EUR), während das EBIT mit 32,4 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 44,9 Mio. EUR lag.

Umsatz- und Ergebnisziele reduziert

Für das Gesamtjahr erwartet Vossloh nun einen Umsatz zwischen 1,51 und 1,61 Mrd. EUR. Bislang hatte das Unternehmen 1,56 bis 1,66 Mrd. EUR prognostiziert.

Auch die Ergebnisziele wurden angepasst. Das EBITDA soll nun 195 bis 210 Mio. EUR erreichen, nachdem bislang 215 bis 230 Mio. EUR erwartet worden waren. Für das EBIT rechnet der Vorstand nun mit 100 bis 110 Mio. EURstatt zuvor 118,5 bis 131 Mio. EUR.

Als Gründe nennt das Unternehmen geringere Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen in einzelnen Ländern, die Verschiebung einzelner Lieferungen aus Neubauprojekten in das Folgejahr, gestiegene Beschaffungs- und Logistikkosten sowie zusätzliche Aufwendungen für Kapazitätsanpassungen und geplante M&A-Projekte, insbesondere zum weiteren Ausbau des Digitalgeschäfts.

Rekordauftragsbestand sorgt für Zuversicht

Trotz der Prognoseanpassung bewertet Vossloh die mittel- und langfristigen Marktperspektiven weiterhin positiv. Nach Unternehmensangaben handelt es sich bei den aktuellen Belastungen überwiegend um vorübergehende beziehungsweise einmalige Effekte.

Vossloh 2026/endlos, erste Kündigungsmöglichkeit v.S.d.E. 2031

Diese Einschätzung wird durch die Entwicklung des Auftragseingangs gestützt. Im ersten Halbjahr stieg dieser nach vorläufigen Zahlen auf 828,5 Mio. EUR nach 623,7 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand erreichte mit 1,14 Mrd. EUR einen neuen Höchststand im Bahninfrastrukturgeschäft.

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Vossloh unverändert ein deutliches organisches Wachstum sowie eine deutliche Verbesserung des EBIT. Auch die langfristigen Unternehmensziele bis 2030 sieht der Vorstand weiterhin auf Kurs.

Für Kapitalmarktteilnehmer ergibt sich damit ein gemischtes Bild. Kurzfristig dürfte die gesenkte Prognose im Fokus stehen. Gleichzeitig sprechen der Rekordauftragsbestand sowie die unverändert positiven Marktperspektiven dafür, dass die aktuellen Belastungen nach Einschätzung des Vorstands überwiegend vorübergehender beziehungsweise einmaliger Natur sind.

—————-

!NEU! Die erste BondGuide Jahresausgabe 2026 ist erschienen (12.Mai): ‚Green & Transition Finance 2026‘ kann wie gewohnt kostenlos als e-Magazin oder pdf heruntergeladen werden.

Bitte nutzen Sie für Fragen und Meinungen Twitter – damit die gesamte Community davon profitiert. Verfolgen Sie alle Diskussionen & News zeitnaher auf Twitter@bondguide !