
Laut Stablecoin Utility Report 2026 von BVNK könnte Bargeld zunehmend durch Stablecoins ersetzt werden. Wie realistisch ist das?
Diese digitalen Währungen, die an stabile Referenzen wie den US-Dollar oder Gold gebunden sind, gewinnen nicht nur im Handel an Bedeutung, sondern werden auch als alltägliches Zahlungsmittel genutzt. So erhalten viele Menschen ihre Gehälter in Stablecoins und verwenden sie für verschiedene Dienstleistungen. Die Umfrage umfasste fast 5.000 Teilnehmer aus 15 Ländern.
Schätzungen zufolge zirkuliert ein erheblicher Teil der Gesamtmarktkapitalisierung von Stablecoins, die rund 300 Mrd. USD beträgt, bereits in der Realwirtschaft. Über die Hälfte der befragten Krypto-Nutzer hielten in den letzten zwölf Monaten Stablecoins, während 56% planen, ihre Bestände im kommenden Jahr zu erhöhen. Unter den Nutzern ohne Stablecoins möchten 13% diese erstmals erwerben.
Die Hälfte der aktuellen Stablecoin-Besitzer hat ihre Bestände im vergangenen Jahr erhöht. Im Durchschnitt halten sie etwa ein Drittel ihrer Ersparnisse in digitalen Währungen. Dies deutet auf einen Wandel hin: Digitale Vermögenswerte werden zunehmend als integraler Bestandteil finanzieller Strategien angesehen.
Die Nutzung von Stablecoins ist in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, insbesondere in Afrika, besonders hoch. Hier bieten Dollar-basierte Token eine attraktive Alternative zu instabilen Landeswährungen. Mehr als ein Drittel des Jahreseinkommens von Freiberuflern und Verkäufern werde mittlerweile in Stablecoins ausgezahlt, was die Zusammenarbeit mit internationalen Kunden erleichtere, so der Report.
Die Tatsache, dass viele Nutzer ein Drittel ihrer Ersparnisse in Stablecoins halten, weise darauf hin, dass sie sich allmählich von traditionellen Bankeinlagen abwenden. Die Londoner Bankengruppe Standard Chartered schätzt, dass bis zu 1 Bio. USD aus Schwellenländern in diese digitalen Währungen fließen könnten.
Ein wesentlicher Anreiz für Nutzer sei die einfache Zugänglichkeit. Die Einrichtung einer Krypto-Wallet ist oft unkomplizierter als die Eröffnung eines Fremdwährungskontos, und Transaktionen lassen sich schnell abwickeln. Gleichzeitig werde der regulatorische Druck größer, da Regierungen die Auswirkungen von Stablecoins auf Geldpolitik und Kapitalkontrollen untersuchen.
Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten Stablecoins als verbindendes Element zwischen der traditionellen Finanzwelt und dem Kryptomarkt fungieren und sich zu einem globalen digitalen Pendant zu Bargeld entwickeln.
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