Sowohl russische als auch ukrainische Anleihen leiden unter der Krim-Krise – die Kolumne von Klaus Stopp, Baader

Sanktionen gegen Russland wegen des Vorgehens Moskaus auf der Krim? Das würde der deutschen Wirtschaft nicht schmecken, steht Russland doch mit einem Volumen von 76 Mrd. EUR immerhin auf Platz 11 der deutschen Handelspartner.

„Ein Handelskonflikt wäre für Deutschlands Wirtschaft schmerzhaft, für die russische Wirtschaft aber existenzbedrohend“, sagt dazu der Präsident des Außenhandelsverbandes, Anton Börner. Freilich birgt die schwelende Krim-Krise das Risiko steigender Energiepreise und möglicher Spannungen auf den Finanzmärkten.

Die lassen sich auch an den Staatsanleihekursen der russischen Föderation ablesen, die in den vergangenen Tagen allesamt Federn lassen mussten. Dabei scheint sich für Titel, die in Euro notieren – wie bei einer Anleihe (WKN: A1HQXU) mit Laufzeit September 2020 und 3,44 % Rendite – ein gewisser Bodensatz zu bilden. Dasselbe gilt für russische Anleihen in US-Dollar wie bei einem Bond (249138), der Juli 2018 fällig wird und mit 3,1% rentiert.

John Deere kleinUnter Druck geraten sind auch ukrainische Anleihen. Dies zeigt sich an einem auf Euro lautenden Titel (A0GGXG) mit Laufzeit Oktober 2015, der Mitte Januar noch bei 99,9% notiert hatte und inzwischen auf ein Niveau von unter 85% gefallen ist, was einer Rendite von ca. 16% entspricht. Ebenso leiden die in US-Dollar notierten ukrainischen Staatsanleihen unter der Krim-Krise, wie am Beispiel eines bis September 2015 laufenden Bonds (A1A1H5), der eine Rendite von knapp 17% aufweist, zu erkennen ist.

Klar, nun ist es entscheidend, dass eine Eskalation des Konflikts verhindert wird. Und so zynisch es klingen mag, eine halbwegs geordnete Abspaltung der Krim von der Ukraine und eine Aufrechterhaltung des Handels mit Russland würde die Märkte beruhigen.

Die Bahn fährt am Primärmarkt vor
Die Deutsche Bahn fuhr am Montag pünktlich am Primärmarkt vor. Das Verkehrsunternehmen emittierte eine 15-jährige Anleihe (A1UDVX) mit Fälligkeit März 2029 und einem jährlichen Kupon von 2,75%. Gepreist wurde die Anleihe im Volumen von 500 Mio. EUR bei +52 bps über Mid Swap, was einen Emissionspreis von 98,685 % bedeutete.

Der baden-württembergische Energieversorger EnBW begab eine Hybrid-Anleihe (A11P78) mit Fälligkeit April 2076. Der Kupon des 1 Mrd. EUR schweren Bonds beträgt 3,625%. Gepreist wurde die Anleihe bei +233,8 bps über Mid Swap, was einer Rendite von 3,75% entsprach. Der Emissionspreis betrug 99,236%.

Zu guter Letzt emittierte Areva, ein französischer Industrie-Konzern, der auf dem Gebiet der Herstellung und des Verkaufs von Energie-Erzeugungsanlagen tätig ist, eine neunjährige Benchmark-Anleihe (FR0011791391). Das Volumen der 3,125%-igen Anleihe beläuft sich auf 750 Mio. EUR. Bei einem Emissionspreis von 99,491% entspricht dies einem Spread von +150 über Mid Swap.

Klaus Stopp,
Leiter Skontroführung Renten, Baader Bank AG

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