Sinkende Kosten bei Erneuerbaren, doch zugleich steigender Margendruck

Fallende Kosten für Solar und Batterien schaffen Gewinner bei Entwicklern, Versorgern und Stromkunden – Hersteller geraten dagegen unter Druck.

Der Ausbau erneuerbarer Energien dürfte kräftig weitergehen, obwohl die Hersteller unter Preisdruck und schwachen Margen leiden. Die Internationale Energieagentur erwartet von 2025 bis 2030 rund 4.600 GW zusätzliche erneuerbare Kapazität, davon fast 80% aus Solarenergie. Gleichzeitig stehen insbesondere chinesische Solarhersteller wegen des Überangebots unter erheblichem Margendruck.

Das zeigt den Unterschied zwischen Technologiewachstum und Aktionärswert: Steigende Umsätze führen nicht automatisch zu höheren Gewinnen je Aktie. Dafür benötigen Unternehmen dauerhafte Wettbewerbsvorteile.

Von sinkenden Kosten für Solarmodule und Batterien profitieren können Erneuerbare-Energien-Entwickler, Versorger, Rechenzentren und Industriekunden sowie Eigentümer und Integratoren von Speichern und Anbieter von Netz- und Flexibilitätslösungen. Letztlich profitieren auch Stromverbraucher – abhängig von Marktdesign und Netzkosten.

Sonne, Solar und Batteriespeicher: die Kosten sinken. Aber auch die Margen.

Sonne, Solar und Batteriespeicher: die Kosten sinken. Aber auch die Margen.

Auf der Verliererseite stehen dagegen Hersteller austauschbarer Solarmodule, Batteriezellhersteller ohne Kostenvorteile sowie Zulieferer, deren Produkte rasch zur Massenware werden. Besonders hoch ist das Risiko von Überinvestitionen und Überkapazitäten in der Solarproduktion – insbesondere in China.

Chinas Lieferketten für saubere Technologien zeigen dabei beide Seiten: Ihre Größe senkt Kosten für Entwickler und Verbraucher, schafft aber zugleich Abhängigkeiten, Handelsrisiken und Preisdruck. Unternehmen wie BYD und CATL verfügen über Innovations- und Prozess-Know-how, integrierte Fertigung und Skaleneffekte und gehören zu den Portfoliopositionen von DNB Asset Management.

KI-Boom mit zunehmendem Bewertungsrisiko

Auch bei der Infrastruktur für Rechenzentren sieht Christian Rom, Portfoliomanager und Analyst für Sektor- und Themenstrategien bei Putnam Investments, Teil von Franklin Templeton, Risiken. Die Investitionen könnten der tatsächlichen Monetarisierung von KI vorauslaufen. Besonders stark entwickelten sich zuletzt Brennstoffzellen sowie kleinere Anbieter elektrischer Ausrüstung aus Taiwan und Korea. Bei Unternehmen mit plötzlich 30 bis 50% Wachstum sei jedoch nicht zwangsläufig ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen mit langfristig 5 bis 10% Wachstum gegeben.

Entsprechend gerieten KI-bezogene Aktien im Juli und bis Mitte August unter Druck, als Investoren die hohen Bewertungen hinterfragten. Rom sieht daher zunehmend die Frage im Mittelpunkt, ob Unternehmen über echte Preissetzungsmacht verfügen oder lediglich von einem vorübergehenden Nachfrageüberhang profitieren.

Christian Rom, DNB

Der betrachtete Sektor liegt inzwischen rund 86% über seinem Tief vom April 2024. Fundamentaldaten und Gewinnschätzungen haben sich in Teilen der erneuerbaren Energien stabilisiert. Für DNB bleibt dennoch die fundamentale Bottom-up-Analyse entscheidend: Langfristig würden Aktienkurse vom Gewinn je Aktie bestimmt – nicht davon, das nächste große Investmentthema vorherzusagen.

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