Russlands Zapfsäulen unter Druck

Denis Kasyanchuk von The Bell sieht die ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien zunehmend auch im russischen Alltag ankommen – selbst an Moskaus Zapfsäulen.

Die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien zeigen nach Einschätzung von Denis Kasyanchuk, Journalist bei The Bell, zunehmend Wirkung. Erstmals seit Beginn des Krieges seien Versorgungsengpässe auch in Moskau spürbar, nachdem die Moskauer Raffinerie Mitte Juni mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe geworden war.

An zahlreichen Tankstellen bildeten sich lange Warteschlangen. Je nach Anbieter fehle entweder das besonders nachgefragte Benzin der Sorte AI-92 oder sogar zusätzlich AI-95. Mehrere Tankstellennetze hätten bereits begonnen, die Kraftstoffabgabe zu rationieren. Die Engpässe träfen Russland ausgerechnet zu Beginn der sommerlichen Reisesaison, in der der Kraftstoffverbrauch traditionell seinen Höhepunkt erreicht.

Brennende Raffinnerien bringen aus Moskaus Zapfsäulen unter Druck - AI generiert

Brennende Raffinnerien bringen aus Moskaus Zapfsäulen unter Druck – AI generiert

Nach Einschätzung von Kasyanchuk markiert die Entwicklung einen Wendepunkt. Während viele Einwohner Moskaus die Auswirkungen des Krieges bislang kaum unmittelbar gespürt hätten, würden die Folgen der ukrainischen Angriffe inzwischen auch im Alltag der Hauptstadt sichtbar. Die russische Energieinfrastruktur gerate zunehmend unter Druck.

Gleichzeitig habe sich Präsident Wladimir Putin nach längerer öffentlicher Zurückhaltung in mehreren Auftritten demonstrativ kämpferisch gezeigt. Trotz der offensichtlichen Belastungen für Wirtschaft und Versorgung signalisiere der Kreml keine Bereitschaft, seinen Kurs im Ukraine-Krieg zu ändern.

Denis Kasyanchuk

Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichten nach Ansicht des The Bell-Autors, dass die ukrainische Strategie, gezielt Raffineriekapazitäten anzugreifen, zunehmend wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen innerhalb Russlands entfalte. Ob daraus langfristig auch politischer Druck auf die Führung in Moskau erwachse, bleibe allerdings offen.

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