
Die EPH Group sichert sich ein Resortprojekt in Vorarlberg – ohne klassischen Kaufpreis. Stattdessen setzt das Unternehmen auf eine strukturierte Transaktion, die kurzfristig Liquidität schont, aber mittelfristig Investitionen und Finanzierungsbedarf nach sich ziehen dürfte.
Die EPH Group AG treibt ihre Expansion im Tourismussektor voran und hat eine grundsätzliche Einigung über den Erwerb eines Resortprojekts in Vorarlberg erzielt. Die Projektliegenschaft liegt direkt an einer Bergbahn und bietet Zugang zu einem schneesicheren Skigebiet. Geplant ist ein 4-Sterne-Resort mit rund 499 Betten, womit EPH ihre Position im alpinen Premiumsegment weiter ausbauen will.
Auffällig ist die Struktur der Transaktion. Das Unternehmen verzichtet auf einen klassischen Barkaufpreis. Stattdessen erfolgt die Gegenleistung über die Bereitstellung von Stellplätzen in einer neu zu errichtenden Tiefgarage. Dadurch vermeidet EPH zunächst einen direkten Liquiditätsabfluss und verbessert kurzfristig die Finanzierungsflexibilität. Gleichzeitig übernimmt das Unternehmen jedoch die vollständigen Errichtungs- und Entwicklungskosten, was mittelfristig zu einem erhöhten Kapitalbedarf führt.
Zugleich befindet sich das Projekt noch in einer frühen Phase. Zwar liegt bereits eine Baugenehmigung vor, jedoch benötigt EPH für die Umsetzung eine Tekturgenehmigung. Darüber hinaus steht das finale Signing unter dem Vorbehalt einer erfolgreichen Due-Diligence-Prüfung. Damit bestehen weiterhin typische Projektentwicklungsrisiken, insbesondere im Hinblick auf Genehmigungen, Baukosten und Zeitpläne.
Für den Kapitalmarkt ergibt sich daraus ein differenziertes Bild. Einerseits stärkt die gewählte Transaktionsstruktur kurzfristig die Liquiditätssituation, da kein Kaufpreis finanziert werden muss. Andererseits rückt mit der Realisierung des Projekts die nächste Phase in den Vordergrund. Die Entwicklung eines Resorts dieser Größenordnung erfordert erhebliche Investitionen, die erfahrungsgemäß zumindest teilweise über Fremdkapital abgedeckt werden.
Insgesamt verfolgt EPH damit einen strategischen Ansatz: Das Unternehmen sichert sich frühzeitig attraktive Projektstandorte, während die eigentliche Finanzierungs- und Umsetzungsphase nachgelagert erfolgt. Für Investoren und insbesondere für Anleihegläubiger bleibt entscheidend, wie EPH die kommenden Investitions- und Finanzierungsanforderungen strukturiert und steuert.
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