Emerging Markets Debt: Chancen bleiben, aber Volatilität auch

Emerging Markets Debt zeigt sich robust – Spread-Ausweitungen eröffnen selektive Chancen, trotz geopolitischer Risiken im Nahen Osten.

Ein Marktkommentar von Marco Ruijer, Portfolio Manager bei William Blair Investment Management.

Emerging Markets Debt hat sich im ersten Quartal 2026 trotz erhöhter Volatilität im Zuge des Nahost-Konflikts bemerkenswert stabil gezeigt. Solides Wachstum, stabile fiskalische Rahmenbedingungen und robuste Rohstoffpreise stützten die Asset-Klasse. Zwar dürften geopolitische Spannungen – insbesondere rund um Iran und die Straße von Hormus – kurzfristig weiter für Unsicherheit sorgen, doch sieht Ruijer darin keine strukturelle Belastung für den Investment Case.

Fundamental bleiben Emerging Markets gut aufgestellt: Kapitalzuflüsse, stabile Leistungsbilanzen und solide Direktinvestitionen sorgen für Stabilität. Gleichzeitig wirken technische Faktoren unterstützend – eine weiterhin bestehende Untergewichtung vieler Investoren trifft auf ein begrenztes Neuemissionsvolumen. Nach der jüngsten Spread-Ausweitung haben sich die Bewertungen zudem deutlich verbessert, während die Renditen – auch real – attraktiv bleiben.

Emerging Markets Debt / EMD : Einschätzung von WBIM

EMD: Einschätzung von WBIM

Im Fokus steht ein selektiver Ansatz: Nicht alle Länder profitieren gleichermaßen von den aktuellen Rahmenbedingungen. Besonders positiv hebt Ruijer Länder mit verbesserten Kreditprofilen hervor, etwa Oman, das durch konservative Fiskalpolitik und Schuldenabbau überzeugt. Auch Länder wie Mexiko oder Kolumbien bieten aus Bewertungssicht Chancen.

Demgegenüber sieht das Team Risiken in Teilen des Golfraums. Staaten wie Saudi-Arabien oder die VAE könnten durch geopolitische Spannungen temporär mit höheren Risikoprämien konfrontiert sein. Auch in Märkten wie Ägypten oder Kenia mahnt Ruijer zur Vorsicht – hier treffen strukturelle Herausforderungen auf teilweise ambitionierte Bewertungen.

Der Investmentansatz basiert auf einer Einteilung in Low-, Medium- und High-Beta-Segmente, um Risiken differenziert zu steuern. In volatileren Marktphasen wurden Risiken zuletzt reduziert, doch die jüngste Schwäche eröffnet laut Ruijer wieder attraktive Einstiegsniveaus.

Marco Ruijer, WBIM

Fazit

Emerging Markets Debt bleibt ein selektives Investmentthema. Kurzfristige Volatilität dürfte anhalten, doch die Kombination aus soliden Fundamentaldaten, verbesserten Bewertungen und strukturellem Nachfragepotenzial spricht für einen positiven mittelfristigen Ausblick.

William Blair Investment Management ist ein internationaler Asset Manager mit Fokus auf aktive Strategien, insbesondere in den Bereichen US-Wachstumsaktien, US-Value-Aktien, globale Aktien, einschließlich Aktien aus Schwellenländern, und Anlagestrategien für Schwellenländeranleihen.



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