
DocMorris erhält auf der Generalversammlung deutliche Unterstützung für Verwaltungsrat und Strategie – CEPD scheitert mit Gegenanträgen.
Die DocMorris AG hat auf ihrer Generalversammlung ein klares Signal der Stabilität erhalten. Die Aktionärinnen und Aktionäre folgten bei sämtlichen Abstimmungen den Vorschlägen des Verwaltungsrats und wiesen gleichzeitig die Anträge des Minderheitsaktionärs CEPD N.V. deutlich zurück. Damit bleibt die strategische Kontrolle zunächst fest beim bisherigen Führungsteam.
Besonders im Fokus stand die Besetzung des Verwaltungsrats. CEPD hatte versucht, drei der sechs Sitze sowie das Präsidium des Gremiums zu übernehmen. Die Aktionäre bestätigten jedoch Verwaltungsratspräsident Walter Oberhänsli sowie die bisherige strategische Ausrichtung des Online-Apothekenkonzerns mit klaren Mehrheiten.
Neben den wiedergewählten Mitgliedern wurden mit Thomas Bucher, Nicole Formica-Schiller und Dr. Thomas U. Reutter drei neue unabhängige Experten in den Verwaltungsrat gewählt. Auch die Besetzung des Vergütungs- und Nominationsausschusses entsprach vollständig den Vorschlägen des Unternehmens.
Für Kapitalmarktteilnehmer ist das Ergebnis insbesondere deshalb relevant, weil DocMorris sich weiterhin mitten in einer operativen Transformationsphase befindet. Nach Jahren hoher Investitionen und Verluste steht nun der angekündigte EBITDA-Breakeven im Mittelpunkt der Equity Story. Das Unternehmen bekräftigte auf der Generalversammlung erneut das Ziel, die operative Gewinnschwelle im Laufe des Jahres 2026 zu erreichen.
Rückenwind erhält die Strategie derzeit vom operativen Geschäft. Bereits Mitte April hatte DocMorris für das erste Quartal ein Umsatzwachstum von 11% gemeldet. Besonders das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sowie digitale Services entwickelten sich dynamisch. Laut Unternehmen setzte sich die positive Entwicklung bislang auch im zweiten Quartal fort.
Gleichzeitig zeigt die Abstimmung aber auch, dass aktivistische Investoren bei DocMorris weiterhin ein Thema bleiben dürften. Verwaltungsratspräsident Walter Oberhänsli signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft gegenüber dem größten Aktionär. Das klare Abstimmungsergebnis verschafft dem Management jedoch zunächst den nötigen Handlungsspielraum, um die laufende Wachstums- und Profitabilitätsstrategie weiter umzusetzen.
Für Investoren bleibt damit entscheidend, ob DocMorris die angekündigte operative Verbesserung tatsächlich in nachhaltige Profitabilität übersetzen kann. Nach dem klaren Aktionärsvotum steht das Unternehmen nun stärker denn je unter Ergebnisdruck.
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