
Dividenden wirken wie eine Art Polster, das Ausschläge mildert und die Haltebereitschaft der Anleger stärkt.
In einem Umfeld hoher US-Staatsanleiherenditen, anhaltender Inflation und zunehmender Marktschwankungen fragen sich viele Investoren, wo künftig attraktive Ausschüttungen zu finden sind – ohne dabei auf Wertentwicklung verzichten zu müssen. Dividendenstrategien liefern darauf eine überzeugende Antwort.
Die Kapitalmärkte haben sich verändert. Wer in den 2010er Jahren auf Aktien setzte, konnte sich oft auf Kursgewinne als wesentliche Ertragsquelle verlassen. Heute sind die Spielregeln andere. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren jenseits der 4%, gleichzeitig ist die Inflationsdynamik noch nicht endgültig gebrochen. In diesem Spannungsfeld kommt der Wunsch vieler Anleger nach regelmäßigen Erträgen, planbarer Ausschüttung und gleichzeitiger Substanzwahrung stärker denn je zum Tragen.
Dividendenaktien erleben in dieser Gemengelage eine Renaissance: Sie kombinieren die defensive Qualität ertragsstarker Geschäftsmodelle mit einem verlässlichen Cashflow. Unternehmen, die ihre Dividende regelmäßig zahlen oder sogar erhöhen, senden ein Signal der wirtschaftlichen Solidität – ein psychologischer und fundamentaler Anker in volatilen Zeiten.
„Dividenden sind daher ein integraler Bestandteil langfristiger Wertentwicklung. Gerade in einer Phase, in der das Aufwärtspotenzial an den Märkten begrenzt scheint, werden stabile Ausschüttungen wieder wichtiger“, so Jens Hartmann, Geschäftsführer der Düsseldorfer Vermögensverwaltung ficon Vermögensmanagement. Mit dem ficon Green Dividends setze das Haus seit 2020 ein nachhaltiges Dividendenkonzept um, das sowohl auf Ausschüttungsqualität als auch auf ökologische und soziale Kriterien achtet.
Die Retail-Tranche des Fonds hat seither nicht nur einen Kurszuwachs von fast 70% verzeichnet, sondern jährlich knapp 4% Dividendenrendite ausgeschüttet – ein selten gewordenes Doppelversprechen aus Ausschüttung und Wertsteigerung.
Die Bedeutung solcher Strategien lässt sich auch empirisch belegen: Eine Untersuchung von Metzler zeigt, wie kraftvoll der Zinseszinseffekt wirkt: Wer 2003 in deutsche Aktien investierte, erhielt im ersten Jahr durchschnittlich 2,8% Dividende. Durch kontinuierliche Dividendensteigerungen stieg diese Ertragskomponente bis 2023 auf rund 9,7% gemessen am ursprünglichen Einsatz. Die Wiederanlage von Dividenden ist ein unterschätzter Wachstumsfaktor. Mit jeder Reinvestition wächst die künftige Ausschüttungsbasis – und das unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.
Auch in Bezug auf die Volatilität liefern Dividendenwerte oft überzeugende Argumente. Eine Studie von Barron‘s belege, dass Aktien mit verlässlicher Dividendenhistorie geringeren Kursschwankungen unterliegen. Dividenden wirken hier wie eine Art Polster, das die Ausschläge mildert und die Haltebereitschaft der Anleger stärke, erinnert Hartmann. […]
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