Bringt der September wieder einen Sturm im Anmarsch?

François Rimeu, Chief Strategist bei Crédit Mutuel Asset Management, über September, Staatsanleiherenditen und die Risiken für die Aktienmärkte.

Der September gilt historisch als schwieriger Monat für Aktien. Doch das aktuelle Umfeld hat auch unterstützende Faktoren: Starkes nominales Wachstum, hohe Unternehmensmargen und der Investitionsboom rund um Künstliche Intelligenz halten die Gewinnentwicklung auf Kurs. Rimeu sieht insbesondere eine Inflation zwischen 2 und 4% historisch als durchaus gewinnfördernd.

Getrieben wird das nominale Wachstum derzeit vor allem von hohen Haushaltsdefiziten und den massiven KI-Investitionen. Solange diese Dynamik anhält, dürfte sie den Aktienmärkten Unterstützung geben. Die Kehrseite sind allerdings höhere Langfristzinsen in den USA und Europa: Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen tendieren mittelfristig dazu, sich dem durchschnittlichen nominalen Wachstum der Vorjahre anzunähern.

Der September ist jedoch auch bekannt für Ermüdungsbrüche und andere Unpässlichkeiten

Der September ist jedoch auch bekannt für Ermüdungsbrüche und andere Unpässlichkeiten

Unruhig könnte der September auch deshalb werden, weil nach der Sommerpause die Zentralbanker zurückkehren, politische Themen wieder stärker in den Fokus rücken und die Emissionstätigkeit am Anleihemarkt anzieht. Hinzu kommen bereits absehbare politische Wegmarken wie die US-Zwischenwahlen und die französischen Wahlen 2027.

Gefährlich für Aktien würde es laut Rimeu, wenn das Szenario starken nominalen Wachstums ins Wanken gerät. Gekürzte US-Haushaltsausgaben nach den Zwischenwahlen könnten entsprechend belasten. Positive Entwicklungen in der Ukraine oder eine Entspannung in der Straße von Hormus wären dagegen hilfreich. Eine weitere Eskalation könnte die Inflation hingegen über den Bereich von 2 bis 4% treiben und damit das Risiko einer Stagflation erhöhen.

François Rimeu, Crédit Mutuel Asset Management

François Rimeu ist Chief Strategist bei Crédit Mutuel Asset Management. Sein Basisszenario bleibt damit konstruktiv – allerdings hängt für Aktien derzeit viel davon ab, ob Wachstum, Inflation und Anleiherenditen im Gleichgewicht bleiben.

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