Anleihen heute im Blickpunkt: 3W Power, SAG Solarstrom, Rena, MS Deutschland

Panthermedia/Jörg Röse-Oberreich

Heute dürften einmal mehr die Anleihen von 3W Power und MS Deutschland im Fokus stehen. Während bei Letzterer am Mittwoch „nur“ der obligatorische Zinstermin ansteht, sind die Anleiheinhaber von 3W in der morgigen, zweiten Anleihegläubigerversammlung aufgerufen, über eine Zinsstundung abzustimmen und dem Unternehmen somit vorerst Luft zu verschaffen. Auf der Verkaufsliste standen zuletzt die Schuldverschreibungen von S.A.G. Solarstrom und Rena.

Für 3W Power steht morgen die Stunde der Wahrheit an: Nach der ersten Gläubigerversammlung sollen sich die Inhaber der ausstehenden 100-Mio.-EUR-Anleihe morgen ein zweites Mal in Frankfurt/Main treffen, um einen gemeinsamem Vertreter zu benennen und über die Stundung der ursprünglich am 1. Dezember fällig gewesenen Zinszahlung über 9,25 Mio. EUR zu entscheiden. Dabei scheint es um nichts weniger zu gehen, als um die Zukunft des Unternehmens selbst: Kommt die Stundung nicht zu Stande, könnte 3W Power die Insolvenz drohen.

Auf der morgigen Veranstaltung ist das Gremium beschlussfähig, wenn mindestens ein Viertel des Anleihevolumens teilnimmt, für wesentliche Änderungen der Anleihebedingungen bedarf es wiederum der Zustimmung von 75% des anwesenden Volumens. Die erste Versammlung wurde vertagt, da das erforderliche Quorum nicht erreicht worden war und das Gremium somit nicht über die entsprechende Beschlussfähigkeit verfügte (BondGuide berichtete).

Kräftige Rücksetzer von jeweils über 50% erlitten zu Wochenbeginn die Anleihen von S.A.G. Solarstrom nachdem der Handel in den Wertpapieren wieder aufgenommen wurde. Nach der Insolvenzantragstellung und der vorübergehenden Handelsaussetzung dürften die beiden Schuldverschreibungen im Gesamtvolumen von knapp 42 Mio. EUR auch heute im Fokus stehen.

Steil abwärts ging es im gestrigen Handelsverlauf auch für die Bonds der Rena GmbH. Der Anlagen- und Maschinenbauer zahlte zwar pünktlich die Anleihezinsen für seine 2010 begebene Anleihe (7%-Kupon, 43,5 Mio. EUR Volumen), gab aber zugleich schlechte Quartalsergebnisse und ein Rating-Downgrade bekannt (hier geht’s zum Beitrag). Sorgen bereitet den Investoren neben operativen Risiken das Finanzierungsrisiko. Um die Finanzierung sicherzustellen, befände sich Rena „in einem engen Dialog mit den Finanzpartnern“.

Trotz offenbar geleisteter 7,25%-Kuponzahlung stand die zuletzt deutlich unter Druck geratene Schuldverschreibung (2012/17) der posterXXL im aktuellen Volumen von rund 5,9 Mio. EUR gestern erneut auf der Verkaufsliste. Leicht abwärts ging es auch für die 50-Mio.-EUR-Anleihe von MS Deutschland – der 6,875%-Kupon steht am Mittwoch zum ersten Mal zur Zahlung an.

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