
Sowohl ein sog. Bullenmarkt als auch ein Bärenmarkt bieten zahlreiche Möglichkeiten für Anleger, Profite zu generieren. Von Robert Steininger*
Wichtig ist dabei, die Wende einer Kursentwicklung bestmöglich zu antizipieren, um entsprechende Handelsentscheidungen zu treffen. Die Strategie sollte immer entsprechend dem aktuellen Markt angepasst werden. So kann man selbst von fallenden Märkten profitieren.
Was ist ein Bärenmarkt?
Ein Bärenmarkt beschreibt eine Marktlage, in der eine grundsätzlich negative Stimmung herrscht und sich einzelne oder gar die meisten Märkte im Abwärtstrend befinden. Dies ist häufig zu Zeiten einer Rezession oder Depression der Fall, in der pessimistische Prognosen vorherrschen. Fallen die durchschnittlichen Preise am Markt über einen Zeitraum von über zwei Monaten um 20% oder mehr, wird in der Regel von einem Bärenmarkt gesprochen. Was sich zunächst nach einem Desaster für Anleger anhört, bietet dennoch seine eigenen Chancen, Profite zu generieren, sofern man die richtigen Investmenttools und Strategien nutzt.
Anlagestrategien bei rückläufigen Märkten

Der Bulle spießt Kurse auf und hebt sie hoch – der Bär bäumt sich auf und drückt sie von oben herunter
Es wirkt für viele zunächst kontraintuitiv, in rückläufige Märkte zu investieren. Schließlich geht man beim gewöhnlichen Anlegen davon aus, von steigenden Kursen zu profitieren. Doch man kann über verschiedene Wege auf fallende kurse setzen und so selbst vom Bärenmarkt profitieren. Eine sogenannte „Short-Position“, oder auch Leerverkauf genannt, wird eröffnet, wenn Investoren davon ausgehen, dass ein Kurs rückläufig sein wird. Trifft die Prognose zu, erhalten Trader mit dem Schließen ihrer Position einen Gewinn aus der Differenz.
Zwar lassen sich theoretisch Leerverkäufe mit Aktien tätigen, doch gewisse Vorschriften erschweren dies, sodass CFDs (Contracts for Difference, oder auch Differenzkontrakte) für Short-Positionen deutlich mehr zu empfehlen sind. Diese derivativen Handelsinstrumente ermöglichen es, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu spekulieren. CFDs stehen für allerlei Finanzinstrumente bereit, darunter etwa Aktien, Indizes, Devisen und Rohstoffe. Anders als beim Aktienkauf, kauft man im Falle der CFDs das zugrundeliegende Finanzinstrument nicht, sondern spekuliert lediglich auf dessen Kursentwicklung. Neben CFDs erlauben auch ETFs, bzw. börsengehandelte Fonds, auf fallende Kurse zu spekulieren. Diese Short-ETFs stellen den gegenläufigen Wert eines bestimmten Index dar, sodass Investoren auch vom Bärenmarkt profitieren können.
Das Risikomanagement bei Short-Positionen
Trader sollten sich jedoch darüber bewusst sein, dass es sich beim Eröffnen von Short-Positionen um eine fortgeschrittene Handelsstrategie handelt und sie sich daher nur für erfahrene Trader eignet, die schon einige Erfahrungen mit komplexeren Situationen an den Märkten gesammelt haben. Leerverkäufe bieten ein höheres Risiko als Long-Positionen, da die Verluste theoretisch unbegrenzt sind. Dies ergibt sich umgekehrt aus dem Umstand, dass die Gewinne aus dem Gegenteil, also Long-Positionen, theoretisch unbegrenzt sind, denn eine Position kann nur 100% verlieren, aber 1.000% gewinnen.
Eine solide Strategie zum Risikomanagement mit Stop-Loss-Aufträgen ist damit essenziell. Umfangreiche Analysen und Recherchen zur Einschätzung der Marktsituation und zum Treffen präziser Vorhersagen sind für Short-Positionen unerlässlich. Wer zudem durch seine Analysen das Ende eines Bärenmarktes prognostiziert, kann eine Long-Position eingehen, um so von der Wende der Kursentwicklungen zu profitieren.
Was ist ein Bullenmarkt?
Von einem Bullenmarkt ist die Rede, wenn die Marktstimmung allgemein sehr positiv und optimistisch ist und sich die Preise am Markt gut entwickeln. Dies geht in der Regel mit einem ökonomischen Aufschwung und allgemeinem Optimismus unter den Akteuren einher. Steigt der Index eines Markts im Schnitt über einen Zeitraum von über zwei Monaten um 20% oder mehr, sprechen Experten von einem Bullenmarkt.
Im Bullenmarkt investieren
Steigende Kurse stellen eine attraktive Möglichkeit für Anleger dar, Profite zu schlagen. Trader können hierzu entweder den zugrundeliegenden Vermögenswert kaufen oder auch nur auf Kursbewegungen spekulieren. In jedem Fall eröffnet der Trader eine Long-Position und wartet den steigenden Trend des Bullenmarktes ab. Ziel ist es, das Wertpapier möglichst früh im Aufwärtstrend zu kaufen, um dieses dann später zu verkaufen, wenn der Preis höher ist als zum Zeitpunkt der Eröffnung der Position. Neben dem traditionellen Aktienkauf kann man am Bullenmarkt ebenso auch mit CFDs und ETFs handeln. Ebenso wie bei Leerverkäufen ist es auch bei der Long-Position essenziell, mit der technischen Analyse und Fundamentalanalyse den Markt und die Entwicklungen genau zu beobachten, um eventuelle Kursveränderungen vorherzusehen und entsprechende Strategien zu nutzen.
Nicht nur steigende Kurse stellen Chancen für Trader dar, denn auch bei rückläufigen Märkten können Investoren Rendite erzielen. Wichtig ist es, Trends bestmöglich durch umfangreiche Analysen zu prognostizieren und so die entsprechende Handelsstrategie zu verwenden, um sowohl von Bullen- als auch von Bärenmärkten profitieren zu können.
*) Robert Steininger ist Fachautor für u.a. Anlagestrategien und publiziert regelmäßig zu Fachthemen wie Online- und Investment-Strategien, Glücksspielthemen, Krypto und Verhaltensanalyse.
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