
Diese Woche könnte für den gesamten Krypto-Markt zu einer der entscheidenden in der zweiten Jahreshälfte werden. Bitcoin befindet sich aktuell in einer sensiblen technischen Zone, nur knapp unter dem Rekordhoch. Der aktuelle Marktkommentar von Maximilian Wienke, Krypto-Analyst bei eToro:
Doch diesmal ist die Ausgangslage eine andere. Nur noch 14,5% aller BTC liegen auf zentralisierten Börsen – der niedrigste Stand seit Jahren. Das deutet auf langfristiges Halten hin und verringert potenziell den kurzfristigen Verkaufsdruck.
Abwartende Haltung
Berücksichtigt man die Wochenschlusskurse, hat der Bitcoin bereits in der vergangenen Woche ein neues Rekordhoch erreicht. Am Sonntag schloss die Kryptowährung bei 109.477 USD. Vor sieben Wochen war er sogar zwischenzeitlich bis auf 110.872 USD gestiegen, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten.
In der vergangenen Woche legte der Bitcoin lediglich um 1,2% zu, ein deutlich geringerer Anstieg als die 7,9% aus der Woche zuvor. Es ist ein Annäherungsversuch, ein vorsichtiges Herantasten. Doch dieser Bereich bremst den Markt bereits seit einiger Zeit aus.
Mögliche Parallele zu 2021
Auch das ehemalige Rekordhoch aus dem Januar bei 108.125 USD spielt eine zentrale Rolle. Es wurde nun bereits zum vierten Mal innerhalb von sieben Wochen nicht nachhaltig überwunden. Das zeigen die langen oberen Schatten der Kerzen im Wochenchart. Ein technischer Ausbruch wird damit vorerst abgelehnt.
Das nährt Zweifel an einer Fortsetzung des Bullenmarktes. Es weckt Erinnerungen an das Jahr 2021, als der Bitcoin nach drei Fehlausbrüchen bei 64.600 USD deutlich zurückfiel. Ein Fehlausbruch ist jedoch noch kein Grund zur Panik, manchmal braucht es mehrere Anläufe. Fundamental ist die aktuelle Situation zudem eine ganz andere.
Strukturelle Änderungen
Nur noch 14,5% aller Bitcoin liegen auf zentralisierten Börsen, so wenig wie seit sieben Jahren nicht mehr. Da weniger Coins sofort verkauft werden können, sinkt die Gefahr plötzlicher Kursrückgänge. Viele Anleger transferieren ihre Coins in Cold Wallets, ein Zeichen für langfristiges Vertrauen.
Bleibt das Angebot knapp und steigt die Nachfrage, könnten die Kurse weiter zulegen. Der Trend deutet auf zunehmendes Vertrauen in Bitcoin als langfristige Anlage und nicht nur als Spekulationsobjekt hin.
Technische Einordnung
Oberhalb des Rekordhochs fehlen klassische charttechnische Orientierungspunkte. Tools wie die Fibonacci-Extensions können dennoch zur Analyse herangezogen werden. Das nächste mögliche Kursziel könnte bei rund 131.000 USD liegen, basierend auf dem 161,8%-Retracement der jüngsten Korrekturbewegung. Das entspräche einem Anstieg von etwa 20% gegenüber dem aktuellen Kurs. Am Krypto-Markt kann sich die Lage bekanntlich schnell ändern. Doch nur ein klarer Ausbruch über das Rekordhoch würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass dieses Ziel tatsächlich erreicht wird.
Seit dem starken Anstieg im April haben sich mehrere Unterstützungszonen gebildet, sogenannte Fair Value Gaps. Die erste befindet sich im Bereich zwischen 97.000 und 99.700 USD. Sie wurde vor drei Wochen erfolgreich verteidigt und könnte auch weiterhin als potenzielle Abfangzone dienen. Sollte diese Zone jedoch nicht halten, wäre ein Rückgang in den Bereich von 85.600 bis 91.900 USD denkbar.
Unsere neueste BondGuide-Jahresausgabe „Green & Sustainable Finance 2025“ ist frisch erschienen und kann vollkommen kostenfrei gelesen und heruntergeladen werden. Daneben können auch unsere weiteren Nachschlagewerke wie bisher als kostenlose E-Magazine bequem heruntergeladen, gespeichert & durchgeblättert werden.
! Bitte nutzen Sie für Fragen und Meinungen Twitter – damit die gesamte Community davon profitiert. Verfolgen Sie alle Diskussionen & News zeitnaher auf Twitter@bondguide !


