Mit September hat ein weiterer Monat einen Hitzerekord gebrochen. Das laufende Jahr ist auf Kurs, das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden. Von Markus W. Voigt*
Nur wenige Wochen vor der nächsten Weltklimakonferenz ist das ein deutliches Zeichen, dass die Politik ihre Klimaschutzbemühungen verstärken muss. Die letzten Bremsen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien müssen jetzt gelöst werden.
Laut ersten Berechnungen des EU-Klimadienstes Copernicus lagen die Temperaturen im abgelaufenen September weltweit um 0,93 Grad über dem Durchschnittswert dieses Monats in der Periode 1991 bis 2020. Er war damit der wärmste je gemessene September und schloss nahtlos an die Rekord-Sommermonate davor an.
Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ergibt sich damit eine globale Durchschnittstemperatur, die etwa 1,4 Grad über der des vorindustriellen Zeitalters (1850 bis 1900) liegt. Ursachen für das Extremwetter waren sowohl der Klimawandel wie auch das Wetterphänomen El Nino, das das Oberflächenwasser im Pazifik aufwärmt.
Rekorde gab es auch in Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach von enormen meteorologischen Anomalien, die dazu führten, dass sich der Sommer im September fortsetzte. Mit 17,2 Grad lag die Temperatur um fast vier Grad über dem der Referenzperiode 1961 bis 1990. Gleichzeitig wurden die alten Hitzerekorde von 16,9 Grad aus den Jahren 2006 und 2016 eingestellt. Das sind ebenso außergewöhnliche wie erschreckende Zahlen.
Günstig für die Produzenten von Solarenergie: Die Sonne schien im September 246 Stunden und übertraf damit ihren Wert aus der Referenzperiode um 65%. Das bescherte den Solaranlagen in Deutschland eine Produktion von 17% über dem Sollwert – und dies trotz einer wiederholten Abregelung in Bayern.
In Spanien wurde die überdurchschnittliche Einstrahlung durch Abregelung (circa 575 MWh) zunichte gemacht, die Produktion erreichte lediglich 81% des Sollwertes. In Italien wiederum wurden trotz geringerer Einstrahlung gute Produktionszahlen erreicht (107% des Sollwertes).
Der Wind wehte schwächer im September. Dennoch erreichten die Windanlagen in Deutschland einen stabilen Produktionswert von 73% des Sollwertes. Nach sechs Monaten konnte Mitte September ein Generatorlagerschaden behoben werden, der zu einem Ertragsausfall von rund 3.370 MWh geführt hatte, davon 170 MWh im September. Dennoch konnten die Windanlagen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ihr Ziel zu knapp 97% erreichen.
*) Markus W. Voigt ist CEO der aream Group, www.aream.de
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