
Schaeffler streicht weitere 3.460 Stellen in Europa. Ein Solidaritätsbeitrag soll den Abbau abfedern und Kosten nachhaltig senken.
Schaeffler legt ein weiteres Ergebnisverbesserungsprogramm auf und will bis 2028 netto 3.460 Stellen in Europa abbauen. Davon entfallen rund 2.660 Arbeitsplätze auf Deutschland und 800 auf weitere europäische Standorte. Hintergrund sind die anhaltend schwierige Lage im Automobilgeschäft, rückläufige Märkte, der verzögerte Hochlauf der Elektromobilität und Überkapazitäten.
Der Abbau betrifft 16 Standorte. Fünf sollen perspektivisch geschlossen werden, darunter die Werke in Dortmund mit 430 Beschäftigten und Morbach mit 160 Mitarbeitenden. Beide gehören zur Sparte Powertrain & Chassis und fertigen Produkte für Verbrennungsmotoren. Auch die Aktivitäten in Berlin sollen mit derzeit rund 270 Beschäftigten eingestellt, der Standort Schwalbach aufgegeben werden. In Deutschland sind zudem Anpassungen unter anderem in Herzogenaurach, Bühl, Höchstadt, Nürnberg und Regensburg vorgesehen. Außerhalb Deutschlands betrifft das Programm Standorte in Frankreich, der Slowakei und Belgien.
Bezogen auf die deutsche Stammbelegschaft von 31.957 Beschäftigten zum 30. September 2026 entspricht der zusätzliche Abbau rund 8%. Einschließlich früherer Programme und der bereits unterzeichneten 1.800 Altersteilzeitverträge steigt der Rückgang auf rund 18%.
Ergänzt werden soll der Stellenabbau durch einen Solidaritätsbeitrag über alle Hierarchieebenen hinweg, der unter anderem einen temporären freiwilligen Gehaltsverzicht umfassen soll. Die Details müssen noch mit den relevanten Gremien abgestimmt werden. Der Beitrag soll die Personalkosten pro Kopf senken und die Belastung durch Einmalaufwendungen reduzieren.
„Das wichtigste Element des Programms – auch im Vergleich zu vorangegangenen Programmen – ist der Solidaritätsbeitrag“, so Vorstandschef Klaus Rosenfeld. Zugleich hält Schaeffler an Deutschland als Entwicklungs- und Produktionsstandort fest und will Technologiekompetenzen regional bündeln.
Bis 2030 sollen die Maßnahmen jährliche Einsparungen von rund 300 Mio. EUR bringen. Der Einmalaufwand wird auf rund 480 Mio. EUR veranschlagt, der überwiegende Teil davon soll bereits 2026 als Restrukturierungsrückstellung verbucht werden. Die Umsetzung ist überwiegend für 2027 und 2028 vorgesehen und soll sozialverträglich im Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen erfolgen.
Als neue Wachstumsfelder nennt Schaeffler insbesondere humanoide Robotik und Verteidigung. Damit sollen rückläufige Aktivitäten perspektivisch teilweise durch neues Geschäft kompensiert werden.
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