Mutares reicht Lapeyre teilweise weiter

Mutares gibt die Kontrolle über Lapeyre an italienische Unternehmer ab, bleibt aber beteiligt. Das Closing wird im vierten Quartal erwartet.


Mutares gibt die Kontrolle über sein französisches Portfoliounternehmen Lapeyre Group ab. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft hat ein unwiderrufliches Angebot eines Investmentvehikels italienischer Unternehmer zum Erwerb einer Kontrollbeteiligung erhalten. Mutares will anschließend mit einer Minderheitsbeteiligung investiert bleiben und den Turnaround des Unternehmens weiterhin unterstützen.

Lapeyre mit Sitz in Courbevoie ist im französischen Home-Improvement-Markt aktiv und produziert sowie vertreibt unter anderem Fenster, Innen- und Außentüren, Treppen sowie Küchen- und Badezimmermöbel. Das Unternehmen betreibt neun Produktionsstandorte und mehr als 115 Shops in Frankreich. Mit rund 2.000 Mitarbeitenden erzielte Lapeyre 2025 einen Umsatz von rund 475 Mio. EUR.

 

Hinter dem Käufer steht eine Gruppe italienischer Unternehmer mit Erfahrung in Home Improvement, Möbeln und Einzelhandel. Dazu zählen auch Mitglieder der Eigentümerfamilie von Bricofer und Conforama Italia. Mutares sieht insbesondere bei Beschaffung, Logistik und Produktentwicklung Möglichkeiten für industrielle Synergien. Lapeyre soll dabei seine eigenständige Marke und Marktposition in Frankreich behalten.

Für Bondholder ist vor allem die Struktur des Deals interessant. Mutares zieht sich nicht vollständig aus Lapeyre zurück, sondern bleibt über eine Minderheitsbeteiligung am weiteren Turnaround beteiligt. Damit bleibt die Gesellschaft an der künftigen Entwicklung des Unternehmens partizipiert, während ein neuer Mehrheitsgesellschafter zusätzliche Branchenexpertise einbringt.

Mutares hatte Lapeyre 2021 von Saint-Gobain übernommen und seitdem an der Neupositionierung gearbeitet. Im Fokus standen unter anderem Investitionen in den industriellen Footprint, das Vertriebsnetz und die Unterstützungssysteme. Nun soll die nächste Entwicklungsphase gemeinsam mit dem neuen Investor erfolgen.

Mutares 2024/29

Gleichzeitig passt die Transaktion zur Portfolio-Strategie von Mutares. Das Unternehmen will seinen Fokus künftig stärker auf Chemicals, Energy, Infrastructure, Logistics und Services legen. Der Deal reduziert damit das Engagement im Home-Improvement-Geschäft, ohne dass Mutares vollständig aus Lapeyre aussteigt.

Das Closing wird für das vierte Quartal 2026 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen Stellungnahme der Arbeitnehmervertreter. Angaben zum Kaufpreis oder zu einem möglichen Mittelzufluss für Mutares enthält die Mitteilung nicht. Ein konkreter Effekt auf Liquidität oder Verschuldung lässt sich daraus daher nicht ableiten.

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