Gegenwind zwingt Homann Holzwerkstoffe zu Pause im neuen litauischen Werk

Homann Holzwerkstoffe kämpft mit schwacher Nachfrage und hohen Kosten. Das Werk in Litauen werde vorübergehend gar heruntergefahren.

Die Homann Holzwerkstoffe bekommt im ersten Halbjahr 2026 den Gegenwind der schwachen Möbelnachfrage und massiv gestiegener Kosten zu spüren. Der Umsatz blieb mit 194,4 Mio. EUR zwar nahezu auf Vorjahresniveau, lag jedoch unter den ursprünglichen Erwartungen.

Vor allem Chemikalien, Holz, Energie und Transport verteuerten sich infolge des Nahost-Konflikts teilweise um mehr als 50%. Erst ab Juni konnten die höheren Kosten zunehmend an Kunden weitergegeben werden. Zusätzlich belasteten die weiterhin hohen Anlaufverluste des neuen Werks im litauischen Pagiriai.

Das um Währungseffekte bereinigte EBITDA fiel auf -1,4 Mio. EUR nach 22,1 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Ohne die Anlaufverluste in Litauen lag das bereinigte EBITDA bei 13,9 Mio. EUR. Unter dem Strich stand ein Konzernergebnis von -29,4 Mio. EUR nach -2,7 Mio. EUR. Bereinigt um die Litauen-Verluste belief sich das Ergebnis auf -8,2 Mio. EUR.

Als Reaktion auf die schwache Ertragslage nimmt Homann Kapazität aus dem Markt: Das Werk Pagiriai soll für 12 bis 21 Monate stillgelegt werden, bis sich die Nachfrage nachhaltig erholt. Dadurch sollen allein im zweiten Halbjahr operative Verluste von 5 bis 6 Mio. EUR vermieden werden.

Auch finanziell steht der Holzwerkstoff-Hersteller unter Druck. Das Eigenkapital verringerte sich zum 30. Juni auf 153,9 Mio. EUR; die Eigenkapitalquote lag bei 26,8%. Der operative Cashflow drehte auf -14,2 Mio. EUR. Gleichzeitig wurden geplante Investitionen zurückgestellt. Eine langfristige Finanzierung bis 2031 löste zudem eine kurzfristige Brückenfinanzierung über 30 Mio. EUR ab.

Für 2026 erwarte Homann einen Umsatz auf Vorjahresniveau von rund 383 Mio. EUR und ein bereinigtes EBITDA von 10 bis 15 Mio. EUR. Ohne die Anlaufverluste in Litauen soll das bereinigte EBITDA 34 bis 39 Mio. EUR erreichen.

Homann HWS 2025/32

Homann HWS 2025/32

Geschäftsführer Fritz Homann sieht inzwischen erste Entlastungen: Die notwendigen Preiserhöhungen seien umgesetzt, zugleich werde eine schrittweise Markterholung in den kommenden Monaten erwartet.

Der Anleiheemittent hatte bereits Mitte August seine Prognose gekürzt – seither ist die Anleihe unter Druck.

Die Münchner Homann Holzwerkstoffe produziert dünne, hochveredelte MDF- und HDF-Holzfaserplatten für die Möbel-, Türen- und Beschichtungsindustrie. Das Familienunternehmen ist seit 2012 am Kapitalmarkt aktiv und hat mit der Anleihe 2025/2032 einen Kapitalmarkttitel ausstehen.

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