
123fahrschule will nach der Führerscheinreform Präsenzunterricht komplett abschaffen und die Expansion massiv beschleunigen.
Die 123fahrschule SE sieht sich durch den Kabinettsbeschluss zur Reform der Führerscheinausbildung in ihrer Strategie bestätigt. Das Bundeskabinett hat am 20. Mai 2026 den Gesetzentwurf zur Digitalisierung der Fahrausbildung beschlossen. Damit wurde das Gesetzgebungsverfahren offiziell eingeleitet. Das geplante Inkrafttreten zum 1. Januar 2027 gilt nach Einschätzung des Unternehmens weiterhin als realistisch.
Besonders relevant für den Markt ist die geplante Abschaffung der Präsenzpflicht beim Theorieunterricht. Künftig sollen digitale Lernformate den klassischen Unterricht weitgehend ersetzen können. Genau auf diese Entwicklung hat sich 123fahrschule bereits seit Jahren vorbereitet.
Das Unternehmen kündigte an, den Präsenztheorieunterricht mit Inkrafttreten der Reform vollständig einzustellen. Die theoretische Ausbildung soll künftig ausschließlich über die eigene E-Learning-Plattform erfolgen. Gleichzeitig wird die Immobilienstruktur deutlich verschlankt. Nach Unternehmensangaben wurde bereits rund die Hälfte der Mietverträge gekündigt.
Asset-light-Modell soll Margen stärken
Für Investoren dürfte vor allem die geplante Transformation hin zu einem stärker asset-light-orientierten Geschäftsmodell relevant sein. Weniger Schulungsräume und geringere Fixkosten könnten die operative Skalierbarkeit erheblich verbessern.
Parallel arbeitet die Konzerntochter Foerst GmbH an neuen Simulatorlösungen. Die kommende Version 10.6 soll erstmals 4K-Bildqualität bieten. Zusätzlich entwickelt das Unternehmen einen KI-gestützten Fahrlehrer, der mit Fahrschülern interaktiv kommunizieren kann. Die Präsentation ist für November 2026 angekündigt.
Strategisch setzt 123fahrschule zudem auf eine dreistufige Expansion. In den 30 größten deutschen Städten sollen eigene Flagship-Standorte entstehen. Mittelgroße Städte will das Unternehmen über exklusive Kooperationspartner erschließen, kleinere Märkte dagegen über selbstständige Fahrlehrer auf der Plattform anbinden.
Der Fahrschulmarkt könnte damit vor einer strukturellen Konsolidierung stehen. Digitale Anbieter mit skalierbarer Infrastruktur dürften von der Reform besonders profitieren. Für 123fahrschule eröffnet sich dadurch die Chance, sich frühzeitig als führende Plattform im deutschen Fahrausbildungsmarkt zu positionieren.
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