
Die Energiekrise spitzt sich zu: Angebotslücken, Exportstopps und geopolitische Risiken treiben Preise und Inflation nach oben.
Die Energiekrise entwickelt sich laut Sandeep Rao, Senior Analyst bei Leverage Shares, zunehmend zu einem strukturellen Schock für die globalen Märkte. Auslöser sind neben der Eskalation im Nahen Osten vor allem Exportrestriktionen aus Asien sowie Störungen zentraler Energieinfrastruktur. Besonders Europa und Deutschland geraten dabei durch ihre hohe Importabhängigkeit unter Druck.
Im Zentrum stehen beschädigte Anlagen wie das South-Pars-Gasfeld und das LNG-Terminal in Ras Laffan sowie die eingeschränkte Passage durch die Straße von Hormus. Diese Entwicklungen treffen zentrale Knotenpunkte der globalen Energieversorgung. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach LNG weiter, insbesondere aus China und Indien – ein zusätzlicher Belastungsfaktor für ohnehin angespannte Märkte.
Besonders kritisch bewertet Rao die Rolle von Indien und China als sogenannte Swing-Produzenten. Beide Länder haben ihre Exporte von raffinierten Produkten wie Diesel, Benzin oder Kerosin deutlich eingeschränkt oder temporär gestoppt. Indien leite verstärkt in den Binnenmarkt um, während China ein faktisches Exportverbot verhängt habe. Für Europa bedeutet das den Wegfall wichtiger Bezugsquellen – insbesondere bei Diesel.
Weitere Artikel aus der Kategorie Experten:
