Euler Hermes zuversichtlich für Scholz – Rating aber nur noch B mit Ausblick ‚unbestimmt‘

Scholz AG

Die Ratingagentur hat das angekündigte Rating-Downgrade beim angeschlagenen Österreicher Rohstoff-Recycler vorgenommen. Das Restrukturierungskonzept bewertet Euler Hemers als „plausibel“ für eine nachhaltig positive Entwicklungsperspektive.

Die Aussichten der laufenden Restrukturierung der Recyclinggruppe für Stahl- und Metallschrotte sieht Euler Hermes positiv. Zudem geht die Ratingagentur davon aus, dass die Finanzierungspartner die vorgeschlagenen Maßnahmen im Wesentlichen unterstützen werden, heißt es in der Stellungnahme.

Das neue Rating lautet B mit mit unbestimmtem Ausblick, nach zuvor BB- mit stabilem Ausblick. „Unbestimmt“ deshalb, da ja die Einigung mit den Finanzgläubigern der Scholz AG noch ausstehe.

In einer Presseerklärung, die erschreckend denen vergleichbarer Leidtragender wie z.B. Q-Cells ähnelte, kündigte Rohstoffrecycler/-händler Scholz kürzlich die „Umsetzung eines Restrukturierungskonzepts“ an. Zur Ergebnisverbesserung und weiteren Entschuldung der Scholz Gruppe sei in den letzten Wochen an einem „Programm zur strategischen Fokussierung auf das Kerngeschäft“ gearbeitet worden. Erarbeitet wurde es gemeinsam mit einem renommierten Beratungsunternehmen.

Auf die Umsetzung wolle sich das österreichische Unternehmen im Zeitraum August 2013 bis 2015 konzentrieren. Das Finanzierungskonzept sei unter „enger Einbindung der Führungsbanken entwickelt“ worden, so Vorstand Oliver Scholz weiter.

„Die Diskussionen mit den Finanzierern verlaufen zielorientiert und sehr konstruktiv. Wir gehen davon aus, dass das gemeinsam erarbeitete Finanzierungskonzept in den nächsten Wochen verabschiedet werden kann und wir uns hierbei auf einem guten Weg befinden.“

Mitte Juli war die Vorstandsetage bereits um Markus Schürholz als Chief Restructuring Officer (CRO) erweitert worden. Schürholz verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Finanzen, Controlling, M&A, Investor Relations und Restrukturierung börsennotierter und familiengeführter Unternehmen in verschiedenen Industrien, darunter sieben Jahre bei ELG Haniel. Er gilt als ausgewiesener Sanierer.

Der Wortlaut erinnert beängstigend an die bekannten Durchhalteparolen von Unternehmen in ähnlicher Situation. Indes verwies Scholz noch auf ein „weiterhin überdurchschnittliches EBITDA“. Die 8,5%-Scholz-Anleihe, begeben im Frühjahr 2012, war in den letzten Wochen wie ein Stein abgestürzt und notierte zwischenzeitlich nur noch bei knapp über 60%. Erst im Februar dieses Jahres war sie noch um 32,5 Mio. auf insgesamt 182,5 Mio. EUR aufgestockt worden – zu 103%.

Die Scholz Gruppe zählt eigenen Angaben zufolge zu den Marktführern und Schlüssellieferanten der Stahl- und Metallindustrie in Zentral-, Ost- bzw. Südosteuropa. Scholz betreibt den Handel und die Aufbereitung von Eisen- und Nicht-Eisenmetallen, wie Kupfer und Aluminium und bietet dazugehörige Dienstleistungen an. Das Unternehmen ist mit über 7.500 Mitarbeitern in über 20 Ländern aktiv und erzielte 2012 einen Gesamtumsatz von rund 4,7 Mrd. EUR. Im ersten Quartal 2013 indes hatte Scholz einen Rückgang der Gesamtleistung um 22% auf 1,0 Mrd. EUR zu beklagen, das EBITDA halbierte sich beinahe auf nur noch knapp 35 Mio. EUR. Nach Steuern blieb ein Verlust von 4 Mio., nach +19 Mio. EUR ein Jahr zuvor.

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