Bond Market Report am 23. März: Frühjahrsgutachten, US-Immobiliendaten, EZB, Fed

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Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am Morgen trotz der gestrigen Terroranschläge in Brüssel robust. Zum Handelsstart sprang das deutsche Börsenbarometer DAX erneut über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Index-Punkten. Von der konjunkturellen Seite wird es heute bis auf die Daten zum US-Immobilienmarkt kaum richtungsweisende Impulse geben. Im Fokus stehen zur Wochenmitte u.a. die Aussagen von Notenbankvertretern von EZB und Fed sowie das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen. Die deutschen Wirtschaftsexperten dürften im Gutachten eine leichte Reduzierung des erwarteten Wirtschaftswachstums für das laufende Jahr in Aussicht stellen. Viel wichtiger ist es jedoch, wie sie die Perspektiven für 2017 ff. einschätzen und ob sie sich zur Wirksamkeit der Geldpolitik der EZB äußern werden.

Ausgewählte Daten des Tages
Zeit       Land         Indikator                                                       Periode        Schätzung       Letzter
12:00       US           Hypothekenanträge (W/W, in %)                  12. KW                k.A.                -3,3

15:00       US           Verkäufe neuer Häuser (in Tsd.)                     Feb.                 510                494
                GE           2046 Bonds
                PO           2021/30 Bonds
                US           Auktion von 13 Mrd. 2-jährigen Floatern
                US           Fed-Redner: Bullard
                EC           EZB-Redner: Lautenschläger, Weidmann
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research

Themen des Tages
• Wirtschaftsweisen stellen ihre Frühjahrsprognose vor

• Stimmungsindikatoren aus Industrie und Dienstleistungssektor vermittelten gestern überwiegend positives Konjunkturbild
• Zwei weitere US-Notenbanker äußerten sich optimistisch zur heimischen Wirtschaft

Marktkommentar
Die Stimmungsindikatoren aus dem verarbeitenden und dem Dienstleistungsgewerbe aus verschiedenen Ländern des Euroraums fielen überraschend gut aus. Gemäß der vorläufigen Werte der Markit Einkaufsmanagerindizes konnte vor allem der Dienstleistungssektor überzeugen.

Die deutschen Unternehmen schauen ebenfalls wieder optimistischer in die Zukunft. Der Ifo-Geschäftsklimaindikator legte noch etwas stärker zu, als es im Durchschnitt geschätzt worden war.

Renten1Die deutschen Unternehmer lassen sich von den schwierigen Rahmenbedingungen nicht beeindrucken. Möglicherweise spüren sie ja auch bereits eine stärkere Nachfrage aus anderen Teilen der Welt. Der nach wie vor vergleichsweise schwache Euro dürfte ihnen dabei nicht ungelegen kommen. Damit sollte das Wirtschaftswachstum im Euroraum zumindest für die kommenden sechs Monate gut abgesichert sein.

Vor diesem Hintergrund ist es von Interesse, wie das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen ausfallen wird, das heute vorgestellt wird. Eine leichte Reduzierung des erwarteten Wirtschaftswachstums für das laufende Jahr ist wahrscheinlich. Viel wichtiger ist es jedoch, wie sie die Perspektiven für 2017 ff. einschätzen und ob sie sich zur Wirksamkeit der Geldpolitik der EZB äußern werden.

Gestern haben sich auch zwei US-amerikanische Notenbanker zu Wort gemeldet. Beide malten ein vergleichsweise optimistisches Bild von der US-amerikanischen Wirtschaftsentwicklung. Sie gehen von zwei bzw. drei weiteren Leitzinsanhebungen in den USA noch in diesem Jahr aus, wobei die konkreten Termine abhängig von der Entwicklung der Konjunkturdaten seien.

Renten2Danach scheint sich die Fed von ihrem Zinserhöhungszyklus nicht verabschiedet zu haben, wie es die Marktteilnehmer zwischenzeitlich geglaubt haben. Das entscheidende Problem bei den Aussagen der US-Notenbanker gestern und vorgestern ist jedoch ihr fehlendes Stimmrecht im FOMC. Daher haben ihre Einschätzungen keinen direkten Einfluss auf die US-Geldpolitik, sondern nur einen indirekten bspw. über den dot plot oder das öffentliche Eintreten für weitere Straffungen der Geldpolitik.

Die Aussagen der Notenbanker dürften neben der Präsentation des Frühjahrsgutachtens die wichtigsten Impulsgeber sein. Von den deutschen Vertretern werden, sofern sie sich zur Geldpolitik äußern, die bekannten kritischen bzw. ablehnenden Töne zur Geldpolitik der EZB zu erwarten sein. Doch ist ihre Position im EZB-Rat nicht konsensfähig. Das zeigen die Aussagen anderer Vertreter der EZB aus den letzten Tagen.

An Konjunkturdaten ist lediglich die Zahl der Verkäufer neuer US-Immobilien zu beachten. Großen Einfluss auf das Marktgeschehen wird davon jedoch nicht ausgehen.

Renten3Der Bund Future dürfte den Tag etwas schwächer beginnen und sich im Tagesverlauf zwischen 161,80 und 163,10 bewegen. Am Vormittag dürfte sich die Emission der 2046er Bund als Belastungsfaktor erweisen. Eine Unterdeckung bei der Emission ist wahrscheinlich. Portugal dürfte für seine beiden Emissionen etwas mehr Rendite bieten müssen, denn die dortige Regierung muss weiterhin an ihrer Glaubwürdigkeit hinsichtlich der Umsetzung des Prozesses der Haushaltskonsolidierung arbeiten. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sollte zwischen 1,86 und 2,00% schwanken.

Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben