
Eine Familienstiftung zur Vermögensabsicherung einzurichten, kann viele Vorteile bieten. Doch in Deutschland gibt es strenge gesetzliche Vorgaben. Von Robert Steininger*
Für viele ist unklar, welche Regeln es gibt und wie eine Familienstiftung effektiv genutzt werden kann. „Familienstiftungen bieten einen hervorragenden Schutz für Vermögenswerte, aber die rechtlichen Anforderungen sind streng“, mahnt Sascha Drache**, ein renommierter Experte für Stiftungen. „Wichtig ist, dass die Stiftung korrekt gegründet wird, die Vermögensverwaltung den gesetzlichen Vorschriften entspricht und alle steuerlichen Anforderungen beachtet werden.”
In diesem Gastbeitrag verrät er, wie die Vermögensabsicherung funktioniert, für wen es sich lohnt und worauf man achten muss.
Familienstiftungen bieten flexible Lösungen, um Vermögenswerte strategisch zu organisieren und sicherzustellen, dass sie im Sinne des Stifters verwendet werden. Durch eine vorausschauende Planung lässt sich das Vermögen über Generationen hinweg erhalten und gleichzeitig steuerlich optimieren. Doch was genau ist eine Familienstiftung, und welche rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen sind zu beachten?
Was ist eine Familienstiftung?
Eine Familienstiftung ist eine rechtliche Konstruktion, die es ermöglicht, das Vermögen einer Familie langfristig zu schützen und nach den Vorstellungen des Stifters zu verwalten. Im Gegensatz zu gemeinnützigen Stiftungen verfolgt die Familienstiftung in erster Linie private Interessen. Das bedeutet, dass die Erträge aus dem Stiftungsvermögen ausschließlich den Begünstigten, auch Destinatären genannt, zugutekommen, die in der Satzung der Stiftung festgelegt sind.
Die Gründung einer Familienstiftung erfolgt durch die Übertragung von Vermögenswerten – wie Immobilien, Unternehmensanteilen oder Finanzanlagen – in die Stiftung. Diese Vermögenswerte bilden das sogenannte Grundstockvermögen, das dauerhaft in der Stiftung verbleibt und nicht direkt an die Begünstigten vererbt wird. Stattdessen werden die Erträge des Vermögens verwendet, um die in der Satzung festgelegten Zwecke zu erfüllen. Diese Struktur sorgt dafür, dass das Vermögen gebündelt bleibt und langfristig erhalten wird.
Die Satzung der Familienstiftung ist das zentrale Dokument, in dem der Stifter festlegt, welche Ziele die Stiftung verfolgt und wie das Vermögen verwaltet wird. Sie bietet die Möglichkeit, genaue Regelungen zur Verwendung der Erträge festzulegen, beispielsweise zur Unterstützung von Familienmitgliedern in bestimmten Lebenssituationen oder zur Verwaltung und Erhaltung von Familienunternehmen. Dadurch bleibt der Einfluss des Stifters auch nach dessen Tod bestehen, und das Vermögen wird im Sinne der Familie bewahrt.
Die wichtigsten rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen in Deutschland
Die Gründung und Verwaltung einer Familienstiftung in Deutschland ist an klare rechtliche und steuerliche Vorgaben gebunden. Diese Vorschriften sollen sicherstellen, dass die Stiftung langfristig ihrem Zweck entsprechend handelt und das Vermögen gemäß den Vorstellungen des Stifters geschützt bleibt. Wer eine Familienstiftung errichten möchte, sollte sich daher gründlich mit den entsprechenden Regelungen auseinandersetzen, um spätere Probleme zu vermeiden.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die rechtlichen Grundlagen für Familienstiftungen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und in den Stiftungsgesetzen der Bundesländer festgelegt. Jede Familienstiftung benötigt eine Stiftungssatzung, in der der Stiftungszweck, die Verwaltung des Vermögens und die Begünstigten genau definiert sind. Die Satzung ist bindend und legt den Rahmen für alle zukünftigen Entscheidungen der Stiftung fest. Darüber hinaus muss eine Familienstiftung von der zuständigen Stiftungsaufsichtsbehörde genehmigt und fortlaufend überwacht werden. In der Praxis empfehlen Experten ein Mindestvermögen von etwa 150.000 EUR, um die Erfüllung der Stiftungszwecke langfristig sicherzustellen.
Steuerliche Rahmenbedingungen
Familienstiftungen unterliegen besonderen steuerlichen Regelungen, die sie von anderen Rechtsformen unterscheiden. Ein zentrales Element ist die Erbersatzsteuer, die anstelle der regulären Erbschaftssteuer alle 30 Jahre auf das Stiftungsvermögen erhoben wird. Diese Regelung erlaubt es, das Vermögen innerhalb der Stiftung langfristig zu erhalten, ohne dass bei jedem Generationenwechsel hohe Steuerlasten anfallen. Außerdem unterliegen die Erträge der Stiftung der Körperschaftssteuer, die in der Regel niedriger ist als die Einkommensteuer. Eine gründliche steuerliche Planung ist daher unerlässlich, um die Vorteile der Familienstiftung voll ausschöpfen zu können.
Kapitalerhaltung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verpflichtung zur Erhaltung des Grundstockvermögens. Das bedeutet, dass das eingebrachte Vermögen nicht für Ausgaben oder Ausschüttungen verwendet werden darf. Stattdessen dürfen nur die Erträge des Vermögens für die in der Satzung festgelegten Zwecke genutzt werden. Diese Regel schützt das Vermögen vor einer Zersplitterung und sichert die langfristige Handlungsfähigkeit der Stiftung. Eine durchdachte Anlagestrategie ist daher notwendig, um sowohl die Erträge als auch die Substanz der Stiftung zu erhalten.
Vorteile und mögliche Fallstricke
Die Gründung einer Familienstiftung bietet zahlreiche Möglichkeiten, das eigene Vermögen zu sichern und nach individuellen Vorstellungen zu verwalten. Gleichzeitig gibt es jedoch einige Herausforderungen, die bei der Planung und Verwaltung dieser Stiftungsform beachtet werden müssen. Im Folgenden werden die wichtigsten Vorteile und potenziellen Fallstricke einer Familienstiftung vorgestellt.
Vorteile einer Familienstiftung
Ein wesentlicher Vorteil einer Familienstiftung ist der umfassende Schutz des eingebrachten Vermögens. Da das Kapital dauerhaft in der Stiftung gebunden bleibt, ist es vor Zugriffen von Gläubigern oder einer Zersplitterung durch Erbteilungen geschützt. Dies ist besonders relevant für Unternehmerfamilien, die ihr Unternehmen über Generationen hinweg erhalten möchten. Zusätzlich ermöglicht die Familienstiftung eine gezielte und langfristige Planung der Vermögensnachfolge, ohne dass das Vermögen direkt auf Erben übergeht.
Ein weiterer Vorteil liegt in den steuerlichen Erleichterungen. Die Erbersatzsteuer, die alle 30 Jahre erhoben wird, sorgt für eine planbare Steuerlast und verhindert hohe Erbschaftssteuern bei jedem Generationswechsel. Die Erträge der Stiftung unterliegen zudem der Körperschaftssteuer, die in der Regel niedriger ausfällt als die persönliche Einkommensteuer. Diese steuerlichen Vorteile machen die Familienstiftung zu einem attraktiven Instrument für vermögende Familien.
Zudem bietet die Familienstiftung eine hohe Flexibilität bei der Gestaltung der Satzung. Der Stifter kann genau festlegen, wie die Erträge des Vermögens verwendet werden sollen, etwa zur Unterstützung von Familienmitgliedern, zur Finanzierung von Bildung oder zur Verwaltung von Immobilien und Unternehmensanteilen. Dadurch behält der Stifter die Kontrolle über das Vermögen und kann sicherstellen, dass es im Sinne der Familie verwaltet wird.
Mögliche Fallstricke
Neben den Vorteilen gibt es auch einige Risiken, die berücksichtigt werden sollten. Ein häufiges Problem ist die starre Struktur der Stiftungssatzung. Änderungen sind oft nur schwer durchzusetzen, da sie in der Regel behördlich genehmigt werden müssen. Dies kann die Handlungsfähigkeit der Stiftung einschränken, wenn die ursprünglichen Bestimmungen nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen.
Auch die Wahl der Begünstigten sollte sorgfältig überlegt sein. Ungenaue Definitionen oder unbedachte Festlegungen können zu steuerlichen Nachteilen führen und Konflikte innerhalb der Familie auslösen. Zudem erfordert die Kapitalerhaltungspflicht eine durchdachte Anlagestrategie, um sowohl den Erhalt des Vermögens als auch ausreichende Erträge sicherzustellen.
Mit einer vorausschauenden Planung und einer klaren Strategie lassen sich jedoch viele dieser Fallstricke vermeiden, sodass die Familienstiftung erfolgreich zum Erhalt und zur Vermehrung des Vermögens beitragen kann.
Fazit
Die Familienstiftung bietet eine maßgeschneiderte Möglichkeit, das Familienvermögen über Generationen hinweg zu sichern und dabei die eigenen Werte und Ziele zu bewahren. Ihre Struktur schützt das Vermögen vor Zersplitterung und äußeren Einflüssen und ermöglicht eine gezielte Vermögensverwaltung. Dabei sind die klaren rechtlichen und steuerlichen Vorgaben in Deutschland zu beachten, um den gewünschten Schutz zu gewährleisten.
Besonders wichtig ist eine präzise und doch flexible Satzung, die es erlaubt, auf veränderte Umstände einzugehen, ohne den Stiftungszweck zu gefährden. Eine wohlüberlegte Festlegung der Begünstigten und eine solide Anlagestrategie tragen wesentlich dazu bei, die Stiftung langfristig erfolgreich zu führen.
Die Gründung einer Familienstiftung ist komplex, bietet jedoch erhebliche Vorteile, wenn sie gut durchdacht ist. Mit einer fundierten Vorbereitung und der richtigen Unterstützung wird sie zu einem effektiven Instrument, um das Lebenswerk des Stifters zu bewahren und den Fortbestand des Familienvermögens zu sichern.
**) Sascha Drache ist einer der bekanntesten Experten im deutschsprachigen Raum für Stiftungslösungen und Vermögensschutz. Er hat bereits über 500 Stiftungen erfolgreich begleitet und unterstützt Unternehmer, Investoren und Selbstständige dabei, ihr Vermögen intelligent zu strukturieren und steuerlich zu optimieren. Mit seiner langjährigen Erfahrung, verständlichen Erklärungen und praxisnahen Seminaren gilt er als verlässlicher Ansprechpartner, wenn es um rechtssichere und nachhaltige Stiftungsmodelle geht.
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*) Robert Steininger ist Fachautor für u.a. Anlagestrategien und publiziert regelmäßig zu Fachthemen wie Online- und Investment-Strategien, Glücksspielthemen, Krypto und Verhaltensanalyse.
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