Poker online: sieben Fehler mit Lerneffekt für Investoren!

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Natürlich sind Poker und Investitionen in Geldanlagen nicht dasselbe. Zwar spielen bei beidem Können und Glück eine Rolle. Aber die notwendige Portion Glück ist beim Pokern dennoch höher, wenngleich Profispieler sie deutlich reduzieren können. Zudem hat man beim Pokern Gegner. Von Robert Steininger

Einige Ähnlichkeiten zwischen Pokerspielen wie Texas Holdem Poker und Investments gibt es aber dennoch. Das gilt zum Beispiel bei einigen strategischen Entscheidungen, die von vielen Pokeranfängern als richtig eingestuft werden, ohne richtig zu sein. Hier finden sich mitunter deutliche Parallelen zu Fehlern bei Entscheidungen für oder gegen Investitionen.

Der Blick auf die falsche Poker-Strategie ist deshalb mitunter auch lehrreich für den Investor. Deshalb wirft dieser Artikel einmal einen Blick auf sieben solcher fehlerhaften Poker-Strategien, die gewisse Ähnlichkeiten mit Fehlern bei Geldanlage besitzen.

1) Sei sehr vorsichtig. Niemals aggressiv.
Erfahrene Spieler erkennen viele Anfänger beim Poker online anhand ihres zögerlichen Verhaltens. Diese Anfänger sind so vorsichtig, dass es geradezu zaghaft wirkt. Nun gehört eine gewisse Vorsicht zu einer vernünftigen Poker-Strategie durchaus dazu, gerade bei einem Neuling. In einer guten Ausgangssituation allzu zaghaft zu sein, verbaut einem allerdings auch zahlreiche ansonsten veritable Chancen.

Das gilt beim Texas Holdem Poker ebenso wie bei der Investition in z.B. Unternehmensanleihen oder Aktien. Im richtigen Moment etwas aktiver zu agieren und dabei auch etwas zu riskieren, ist wichtig, um wirklich erfolgreich zu sein. Dabei gilt aber immer: Das Risiko darf nie so groß werden, dass ein Verlust den Spieler bzw. Investor völlig ruinieren könnte.

2)           Man muss jede Chance nutzen
Pokeranfänger sind häufig bei jedem Spiel dabei, weil ja selbst bei einem schlechten Blatt noch eine gewisse Gewinnchance besteht. Aber in der Regel ist das keine gute Poker-Strategie. Man konzentriert sich besser auf aussichtsreiche Spiele, in denen man dann auch etwas höher setzt. Beim Investieren ist es bisweilen ähnlich: Manchmal ist weniger mehr – dann aber richtig.

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3)           Wer an vielen Tischen spielt, gewinnt viel
Diese Strategie ähnelt ein wenig der in Punkt 2 genannten. Manche Pokerspieler sind an vielen verschiedenen Tischen dabei, um möglichst viele Gewinnchancen zu haben. Allerdings wird es mit jedem zusätzlichen Tisch immer schwieriger, alle relevanten Informationen aufzugreifen und zu verarbeiten, um bestmögliche Chancen zu haben.

Gerade mit wenig Erfahrung sollte man sich nicht zu sehr unter Druck setzen, in kurzer Zeit viele spielrelevante Entscheidungen treffen zu müssen. Bei Investments ist es bisweilen ähnlich: Bei Investitionen in viele verschiedene Wertpapiere, z.B. Anleihen, steigt mit jeder Anleihe die Menge an Informationen, die für das weitere Investmentverhalten wichtig sein könnten. Da ist es oft besser, sich mit weniger Anlageobjekten intensiv zu beschäftigen – als mit vielen, aber dafür nur oberflächlich.

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