Ein Blick auf das Vermögen: So viel haben die Deutschen

Ab wann spricht man eigentlich von ‚reich‘? Wer ist das? Kann man wirklich festmachen, ab welchem Vermögen man reich ist? Von Robert Steininger*

Die Deutsche Bundesbank hat eine Erhebung zum Vermögen in Deutschland durchgeführt und eine Orientierungshilfe geschaffen. So erkennt man, zu welcher Vermögensschicht man gehört.

Deutsche Bundesbank gibt einen Einblick über die Vermögen der Deutschen

Ganz egal, wie hoch das eigene Vermögen auch sein mag: Wichtig ist, gut hauszuhalten. Man muss seine Ausgaben kennen und wissen, wie hoch seine Einnahmen sind. Man muss damit verantwortungsbewusst umgehen. Auch mit Blick auf die Freizeitgestaltung. Wer gerne echtes Geld im Casino einsetzen will, sollte stets nur frei zur Verfügung stehendes Kapital nutzen.

Es gibt keine Strategie, die stets zum Erfolg führt. Man sollte daher nur Geld riskieren, das auch verloren werden darf – wobei an dieser Stelle schon gesagt werden muss: Hat man das Glück an seiner Seite, kann man im Online Casino auch richtig hohe Gewinne einfahren. Auch sollte man hohe Anschaffungen im Vorfeld überdenken und gegebenenfalls einen Finanzierungsplan erstellen. Wie viel Geld vom Vermögen muss verwendet werden, um sich Produkt A zu kaufen und wie lange braucht man dann, um wieder Vermögen aufbauen zu können?

In den letzten Jahren haben die Deutschen jedoch gezeigt, dass sie durchaus sparsam und in der Lage sind, Vermögen aufzubauen. Auch wenn ganz aktuelle Zahlen derzeit nicht abrufbar sind, so gibt es doch eine klare Tendenz.

In regelmäßigen Abständen führt die Deutsche Bundesbank eine Studie über die Vermögen der Deutschen durch. Hier werden die Bürger über ihre aktuelle Vermögenssituation befragt. Die letzte Studie wurde 2017 durchgeführt – die im Jahr 2020 geplante Umfrage aber aufgrund der Corona-Pandemie auf das Jahr 2021 verlegt. Aufgrund der Tatsache, dass vier Fünftel schon an der vorherigen Studie teilgenommen haben, kann auch ganz gut abgeleitet werden, wie sich das Vermögen in den letzten Jahren entwickelt hat.

So vermögend sind die Deutschen

Zwischen 2017 und 2021 sind die Vermögen deutlich gestiegen. Das gilt einerseits für das Durchschnittsvermögen, andererseits auch für das sogenannte Medianvermögen.

Spricht man vom Durchschnittsvermögen, dann werden alle ermittelten Vermögen der Haushalte zusammengerechnet und in weiterer Folge durch die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen geteilt. Dabei ist das Durchschnittsvermögen von 232.900 EUR im Jahr 2017 auf 315.500 EUR gestiegen. Jedoch ist das Medianvermögen aussagefähiger. Das Medianvermögen wird dahingehend ermittelt, dass die Vermögen vom niedrigsten bis zum höchsten sortiert werden. Das Vermögen, das dann in der Mitte liegt, ist das Medianvermögen. Auch hier gab es einen Anstieg: Lag das Medianvermögen 2017 bei 70.800 EUR, so stieg es 2021 auf 106.600 EUR.

Bei dem herangezogenen Vermögen spricht man vom Nettovermögen der untersuchten Haushalte. Das erhält man, wenn von den Vermögenswerten wie Immobilien, Wertpapiere und Aktien, Autos oder Bargeld etwaige Schulden abgezogen werden: Ein Haus, das man zur Hälfte mit Bankkrediten finanziert hat, gehört jemandem folglich natürlich erst zur Hälfte.

Die Vermögensschichten im Überblick

Wenn man für den Median die Aneinanderreihung der Nettovermögen vom niedrigsten bis zu dem höchsten Wert bildet, dann ergeben sich entsprechende Schichten. So kann man sich selbst ein Bild machen, mit welchem Vermögen man zu welcher Schicht gehört:

Vermögensgrenze bis zu 700 EUR: bis 5%
Vermögensgrenze 900 EUR: bis 10%
Vermögensgrenze 6.900 EUR: bis 20%
Vermögensgrenze 18.800 EUR: bis 30%
Vermögensgrenze 43.800 EUR: bis 40%
Vermögensgrenze bis 106.600 EUR: bis 50% (=Median)
Vermögensgrenze bis 185.400 EUR: bis 60%
Vermögensgrenze bis 297.400 EUR: bis 70%
Vermögensgrenze bis 430.700 EUR: bis 80%
Vermögensgrenze bis 725.900 EUR: bis 90%
Vermögensgrenze bis 1.107.000 EUR: bis 95%


Hat der Haushalt etwa ein Vermögen von 50.000 EUR, so befindet er sich in Deutschland in einem Bereich der unteren 40 bis 50% aller deutschen Haushalte.

Das sind die reichsten Deutschen 2025 laut Forbes (in USD)

Plätze 10 bis 6

Auf Platz 10 im Ranking der reichsten Deutschen liegt Friedhelm Loh. Der Inhaber und Vorstand der Friedhelm Loh Gruppe, die seit dem Jahr 1961 Software, Produkte sowie auch Dienstleistungen für die Industrie anbietet, hat ein Vermögen von rund 12,9 Mrd. USD.

Auf Platz 9 liegt Ludwig Merckle. Der größte Aktionär von Heidelberg Materials hat sein Vermögen vorwiegend mit dem Baustoffriesen aufgebaut. Laut aktuellen Schätzungen hat er 13,5 Mrd. USD.

Hasso Plattner ist der Mitbegründer des Softwareunternehmens SAP und liegt mit 14,8 Mrd. USD auf Platz 8.

Auf Platz 7 liegen drei Superreiche aus den Familien Heister und Albrecht: Karl Albrecht Junior und seine Schwester Beate Heister sind die Kinder von Karl Albrecht, der nach seinem Tod im Jahr 2014 die Supermarktkette Aldi Süd vererbte. Mit Theo Albrecht Junior, dem Sohn von Theo Albrecht Senior, gibt es einen dritten Milliardär im Bunde, der Aldi Nord erbte. Sie besitzen jeweils 15,1 Mrd. USD.

Auf dem sechsten Platz liegt der Informatiker und Unternehmer Andreas von Bechtolsheim. Er war 1998 einer der ersten Investoren bei Google und hat Sun Microsystems mitbegründet, ein Unternehmen, das im Jahr 2010 in die Oracle Corporation eingegliedert wurde. Sein Vermögen: 18,1 Mrd. USD.

Die Plätze 5 bis 1

Stefan Quandt, der Sohn von Herbert und Johanna Quandt, hat ein Vermögen von 23,6 Mrd. USD und liegt auf Platz 5. Im Vorjahres-Ranking lag er noch auf Platz 4.

Dieser wird aktuell von seiner Schwester Susanne Klatten belegt. Während sie wie ihr Bruder BMW-Erbe ist und 19% der Anteile besitzt, ist sie Alleininhaberin sowie stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Altana, einem Pharma- und Spezialchemiekonzerns. Ihr Vermögen wird auf 25 Mrd. USD geschätzt.

Auf Platz 3 liegt Reinhold Würth: Das in den 1950er Jahren gegründete Unternehmen Würth gehört heute zum Marktführer in der Montagetechnik. Der Unternehmer hat ein Vermögen von rund 36,5 Mrd. USD.

Klaus-Michael Kühne hat es mit einem Vermögen von 36,7 Mrd. USD auf Platz 2 geschafft. Der Gründer von Kühne+Nagel hält unter anderem auch Anteile an Hapag-Lloyd sowie am Lufthansa-Konzern.

Platz 1: Dieter Schwarz, der Eigentümer der Schwarz-Gruppe, zu der auch Kaufland und Lidl gehören, ist der reichste Deutsche und hat ein Vermögen von rund 38,7 Mrd. USD.

*) Robert Steininger ist Fachautor für u.a. Anlagestrategien und publiziert regelmäßig zu Fachthemen wie Online- und Investment-Strategien, Glücksspielthemen, Krypto und Verhaltensanalyse.

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