
Die Deutsche Rohstoff AG, kurz DRAG, trat Ende Oktober mit einer Refinanzierungsanleihe an den Kapitalmarkt. Ein neuerlicher Erfolg darf fest eingeplant werden.
Die Zeichnungsfrist sollte EIGENTLICH noch bis zum 10. November laufen, doch eine frühzeitige und vorzeitige Schließung aufgrund überbordender Nachfrage wurde bereits avisiert.
Das Zielvolumen von 50 Mio. EUR für die neue Anleihe 2025/30 ist zudem knapp bemessen – immerhin hat Anleihe 2023/28 eines von 140 Mio. EUR. Zu einem Umtausch wurde daher gar nicht erst eingeladen. Der Kupon liegt nur noch bei 6,0% p.a. bei halbjährlicher Zahlweise (2023/28: 7,5%, rRbzEF: ~4,7% p.a.).
Der Nettoemissionserlös soll im Rahmen des laufenden Geschäftsbetriebs für Investitionen in das US-Öl- und Gasgeschäft des Deutsche Rohstoff-Konzerns verwendet werden.
Wesentliche Mittelverwendung werde die teilweise Rückführung der ausstehenden Konsortialkreditlinien in den USA und die Erweiterung der Aktivitäten der Konzerntochter Salt Creek im Powder River Basin in Wyoming in Kooperation mit einem erfahrenen Betriebsführer sein.
Zusätzlich zu den altbekannten Zeichnungswegen bietet die Deutsche Rohstoff erstmalig die Zeichnungsfunktionalität über ihre Webseite (www.rohstoff.de/zeichnen) an. Dadurch können auch Investoren, deren Depotbanken keine Zeichnung von Anleiheemissionen mehr unterstützen, Anleihe DRAG 2025/30 kostenlos zeichnen.
Begleitet wird die Emission von der Montega Markets als vertraglich gebundenem Vermittler der Wolfgang Steubing AG Wertpapierdienstleister, Frankfurt am Main als Sole Lead Manager und Sole Lead Bookrunner.
Unternehmen
Bei der DRAG handelt es sich um einen Wiederholungsemittenten und einem am Kapitalmarkt bekannten Unternehmen. Auf eine detaillierte Darstellung kann daher an dieser Stelle verzichtet werden. Letzte Geschäftszahlen oder sonstige News zur DRAG können auf bondguide.de leicht nachgesehen werden.
Zahlen
Die Deutsche Rohstoff AG hat sich in den letzten Jahren formidabel weiterentwickelt und befindet sich auf einem nachhaltigen Wachstumskurs. Im Jahr 2024 wurden neue finanzielle und operative Rekorde erreicht. Mit einer Produktion von rund 14.700 BOEPD lag der Umsatz bei 235 Mio. EUR und der Konzerngewinn bei 50 Mio. EUR. 2025 feiert die Deutsche Rohstoff zudem bereits 15 Jahre Öl- und Gasförderung in den USA.
Für 2025 werde ein Umsatz zwischen 170 und 190 Mio. EUR und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 115 bis 135 Mio. EUR erwartet. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz bereits bei 102 Mio. EUR und das EBITDA bei 70 Mio. EUR.
Die Mannheimer legen dabei einen niedrigen Ölpreis von 60 USD pro Fass zugrunde, allerdings einen Wechselkurs von 1,10 EUR zum US-Dollar, wovon dieser bei aktuell 1,16 jedoch einigermaßen weit entfernt ist – Trump 2.0 hat die heimische Währung wissentlich oder auch nicht geschwächt. Die DRAG wird also beim Wechselkurs einige Abstriche hinzunehmen haben – nach jetzigem Stand.
Zur Jahresmitte lag die Eigenkapitalquote der DRAG bei überaus soliden 40,2%. In einem früheren Leitfaden von 2013 für den Entry Standard für Anleihen wurde eine Mindest-EK-Quote von 30% empfohlen sowie eine Nettoverschuldung von maximal 5x EBITDA. Beim letzten Stichtag lagen die Mannheimer bei nur 0,9 und auch die aktuelle Anleiheemission bringt sie gerade einmal knapp über 1x Net Debt / EBITDA. Die Zinsdeckung (EBITDA zu Zinszahlungen) liegt im soliden zweistelligen Bereich (empfohlen: mindestens 5x).
Stärken & Schwächen, Chancen & Risiken
+ exzellenter operativer Track Record
+ als Aktien- und Anleiheemittent weit überdurchschnittliche Transparenz
+ gewohnt überdurchschnittliche IR-Arbeit
+ sämtliche Kennzahlen deutlich überdurchschnittlich
+ höhere Rendite als bei ausstehender Anleihe 2023/28
+ Zeichnungsgewinne absehbar aufgrund Überzeichnung
+ mäßiges Schlüsselpersonenrisiko
+ Diversifizierung mit Wolfram-Minenbetreiber Almonty (10% Beteiligung im Wert von ca. 150 Mio. USD) à erhebliche stille Reserven
– niedriger Kupon, der der guten Geschäftsentwicklung geschuldet ist
– Preise von Erdöl und Erdgas sind Tagesgeschäft
– schwächelnder US-Dollar
Natürlich ist die DRAG nicht mit Exxon oder Shell direkt vergleichbar. Tut man es trotzdem, müsste die neue Anleihe 115% erreichen für eine identische Rendite. Minus Risikoabschlag für einen Mittelständler also 110%.

BondGuide im Interview mit Jan-Philipp Weitz (30. Okt.)
Fazit
Die Refinanzierungsanleihe der Mannheimer DRAG ist ein No-Brainer – da gibt es nicht viel nachzudenken. Die ausstehende Anleihe erreichte in der Spitze schon 114%, und dies bei höherem Kupon. Die neue wird sicherlich zeitnah an Fahrt aufnehmen. Wir empfehlen eine zügige Last-Minute-Zeichnung, bevor vorzeitig geschlossen wird. Wie schon angekündigt, wandert Anleihe DRAG 2025/30 auch in das BondGuide Musterdepot – nötigenfalls, wovon auszugehen ist, per Nachkauf am ersten Handelstag. Fünf von fünf Sternen. Für vertiefende Einblicke aus erster Hand sei auf unser kürzliches Interview mit CEO Jan-Philipp Weitz (30.10.) verwiesen.
Falko Bozicevic
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