Warum der Boom im KI-Sektor trotz Börsenschwankungen weitergehen könnte

Jennison sieht trotz volatiler Aktienkurse weiteres Potenzial im KI-Sektor. Engpässe bei Chips, Strom und Rechenleistung könnten den Boom verlängern.

Die jüngsten Kursschwankungen im Technologiesektor sind für Mark Baribeau, Head of Global Equity bei Jennison, kein Beleg für ein Ende des KI-Investitionsbooms. Vielmehr befinde sich die Technologie weiterhin in einer frühen Phase ihrer Verbreitung. An der Börse werde zunehmend danach unterschieden, welche Unternehmen ihre hohen Investitionen tatsächlich in profitables Wachstum ummünzen können.

Die zunehmende Nutzung generativer künstlicher Intelligenz sorgt nach Einschätzung Baribeaus dafür, dass die Nachfrage im gesamten KI-Ökosystem das verfügbare Angebot übersteigt. Daraus ergäben sich Chancen weit über Halbleiterhersteller hinaus: Auch Cloud-Dienstleister, Softwareanbieter sowie Unternehmen aus Energieversorgung, Netzinfrastruktur und Kühlung profitierten vom steigenden Bedarf an Rechenleistung.

Boom im KI-Sektor

Boom im KI-Sektor

Für das laufende Jahr werden die globalen KI-Investitionsausgaben auf rund 850 Mrd. USD geschätzt, für das kommende Jahr auf mehr als 1,3 Bio. USD. Angesichts dieser Größenordnung sei eine strengere Auswahl bei der Kapitalvergabe nachvollziehbar. Nicht jedes geplante Rechenzentrum werde wirtschaftlich tragfähig sein. Auch Engpässe bei Grafikprozessoren, Speicherchips und Strom begrenzten den Ausbau.

Knappes Angebot könnte den Zyklus verlängern

Baribeau wertet diese Beschränkungen nicht als Beleg für eine nachlassende Nachfrage. Wenn neue Kapazitäten langsamer entstehen als benötigt, könnte das Ungleichgewicht länger bestehen bleiben als erwartet. Rechenleistung dürfte damit knapp und teuer bleiben. Für Anleger rückt zugleich stärker in den Vordergrund, welche Geschäftsmodelle hohe Investitionen in nachhaltige Erträge verwandeln können.

Nach einer erfreulichen Berichtssaison für das zweite Quartal mit steigenden Gewinnerwartungen richtet sich der Blick nun auf die Zahlen für das dritte Quartal. Bislang spiegelten sich die positiven Prognoseanpassungen kaum in den Aktienkursen wider. Weitere Aufwärtsrevisionen könnten deshalb zu einem wichtigen Impuls für die Märkte werden.

Mark Baribeau

Eine anhaltende Verbreitung generativer KI, steigende Monetarisierung und zusätzliche Investitionen entlang der Wertschöpfungskette würden nach Baribeaus Einschätzung für einen mehrjährigen strukturellen Wachstumstrend sprechen. Kurzfristige Börsenschwankungen allein reichten daher nicht aus, um den Investitionszyklus infrage zu stellen.

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